Am Münchner Flughafen fallen am Montag und Dienstag insgesamt rund 710 Starts und Landungen aus. Hintergrund ist ein zweitägiger Streik der Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Gruppe, zu dem die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit aufgerufen hat. Betroffen sind die Kernmarke Deutsche Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline sowie am Montag auch Eurowings.
Der Ausstand begann am Montag kurz nach Mitternacht und dauert bis Dienstag, den 14. April 2026 um 23:59 Uhr. Es ist bereits die vierte Streikwelle bei der Lufthansa in diesem Jahr. Erst kürzlich hatte das Kabinenpersonal gestreikt und ebenfalls massive Flugausfälle verursacht.
Auslöser des aktuellen Arbeitskampfs sind Tarifkonflikte um die betriebliche Altersversorgung bei Lufthansa und Lufthansa Cargo sowie um die Vergütung bei der Regionaltochter Cityline. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit bezeichnete das vorgelegte Angebot als inakzeptabel. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann wies den Streik als unverantwortlich zurück: Jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft, betonte er öffentlich.
Passagiere der bestreikten Airlines werden gebeten, den Status ihres Fluges rechtzeitig online zu prüfen und sich direkt an ihre Airline oder ihren Reiseveranstalter zu wenden. Eurowings geht davon aus, einen Großteil seines Programms aufrechtzuerhalten.
Für bayerische Unternehmen, deren Mitarbeitende regelmäßig auf Geschäftsreisen angewiesen sind oder Kundenbesuche haben, empfiehlt sich eine frühzeitige Prüfung alternativer Reiserouten. Da Lufthansa in München eines der beiden deutschen Drehkreuze betreibt, treffen die Ausfälle Reisende im Freistaat besonders hart. Betroffen sind dabei nicht nur Geschäftsreisende, sondern auch Messebesucher und Urlauber in den laufenden Osterferien.
Für Unternehmen, die sich darüber hinaus mit den wirtschaftlichen Auswirkungen von Streiks im öffentlichen Nahverkehr beschäftigen, liefert auch der gleichzeitig laufende Warnstreik im Münchner ÖPNV relevante Informationen. Beide Arbeitskämpfe zusammen dürften am Dienstag zu erheblichen Einschränkungen im Münchner Pendlerverkehr führen.
Bayerns Wirtschaft ist insgesamt stark mit dem Luftverkehr verknüpft. Airbus zählt als einer der größten Arbeitgeber der Region zum direkten Umfeld des Münchner Flughafens. Für die Automobilbranche und viele andere exportorientierte Betriebe im Freistaat sind Flugverbindungen ein zentrales Werkzeug im internationalen Geschäft, das aktuell durch den anhaltenden Tarifkonflikt belastet wird.
Quelle: Zusammenfassung auf Basis von Meldungen der dpa sowie Informationen des Münchner Flughafens und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit vom 13. April 2026
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