Der Umgang mit digitalen Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz (KI), gehört heute zur Lebenswelt junger Menschen. In diesem Kontext rückt die Vermittlung von Medienkompetenz stärker in den Fokus: Sie soll Heranwachsenden Orientierung geben, selbstbestimmt Informationen einzuordnen, Risiken zu erkennen und Chancen technologiegestützter Anwendungen bewusst zu nutzen. Am 10. Februar steht der Safer Internet Day im Zeichen dieser Herausforderung, mit dem Motto „KI and me. In künstlicher Beziehung.“ – ein Anlass für Informations- und Bildungsangebote, die sich an Kinder, Jugendliche, Eltern und pädagogische Fachkräfte richten.
Bayerns Jugendministerin Ulrike Scharf betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Medienbildung als zentrale Kompetenz: Sie vergleicht sie mit grundlegenden Kulturtechniken wie Lesen und Schreiben und hebt hervor, dass sie junge Menschen befähigt, gegen Desinformation, Hass und Manipulation im digitalen Raum gewappnet zu sein. Insbesondere KI-basierte Anwendungen begegnen jungen Nutzenden alltäglich etwa in Form von Chatbots oder automatisierten Assistenten. Diese können nützlich sein, werfen aber Fragen nach der Verlässlichkeit von Inhalten, dem Schutz persönlicher Daten und nach manipulativen Darstellungen auf.
Die Medienbildung verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Schutz vor Gefährdungen und gleichzeitige Befähigung zum reflektierten Umgang stehen dabei im Mittelpunkt. Dazu gehört nicht nur, Technikfunktionen zu erklären, sondern kritisch-analytisches Denken zu fördern. Medienpädagogische Partner wie das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis sowie die Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e. V. bieten Materialien, Gesprächsformate und Fortbildungen an, die Eltern, Lehrkräfte, Fachkräfte und Jugendliche dabei unterstützen sollen, digitale Entwicklungen fachgerecht einzuordnen und Kompetenzen alltagsnah zu stärken.
Solche Initiativen greifen eine wachsende gesellschaftliche Debatte auf: Künstliche Intelligenz kann kreative, schulische und kommunikative Chancen eröffnen, fordert aber zugleich kritische Bewertungskompetenz – etwa bei der Unterscheidung zwischen echten und KI-generierten Inhalten oder in der Einschätzung algorithmischer Empfehlungssysteme. Medienbildung zielt darauf ab, junge Menschen nicht nur über Technik zu informieren, sondern sie so zu befähigen, diese Technologien verantwortungsvoll zu nutzen und soziale wie ethische Implikationen zu erkennen.
In der aktuellen Praxis bedeutet das: Bildungs- und Jugendangebote setzen stärker auf dialogorientierte Formate, reflektieren Risiken digitaler Räume und schaffen Lernumgebungen, in denen Jugendliche selbst Erfahrungen mit KI-Tools machen und gleichzeitig Werkzeuge zur kritischen Einordnung erlernen. Damit wird Medienkompetenz zu einem Baustein, der junge Menschen sowohl in ihrer persönlichen Lebenswelt als auch im beruflichen Kontext besser auf die Anforderungen einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft vorbereitet.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung unter
https://www.bayern.de/aktionstag-zu-kuenstlicher-intelligenz-medienbildung-fuer-junge-menschen-jugend/?seite=2453
