Der Verband der Bayerischen Wirtschaft hat seine Initiative zur Fachkräftesicherung FKS+ vorgestellt. Das Programm geht über klassische Recruiting-Maßnahmen hinaus und setzt auf strukturelle Veränderungen: bessere Integration von Frauen, Älteren und Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt, gezielte Qualifizierung und stärkere Vernetzung von Betrieben mit Bildungseinrichtungen. Was steckt konkret dahinter, und wie können bayerische Betriebe davon profitieren?
Was FKS+ anders macht als bisherige Ansätze
Fachkräftesicherung wird in Bayern schon lange diskutiert. FKS+ der vbw setzt an einem entscheidenden Punkt an: Es geht nicht nur darum, mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen, sondern darum, das bestehende Potenzial besser zu nutzen. Konkret bedeutet das: Frauen, die in Teilzeit arbeiten und mehr arbeiten könnten, wenn die Kinderbetreuung besser wäre. Ältere Beschäftigte, die früh in Rente gehen, obwohl sie noch arbeitsfähig und motiviert sind. Und Menschen mit ausländischen Abschlüssen, die bürokratische Hürden bei der Anerkennung daran hindern, in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten.
Die vbw hat berechnet, dass allein durch die Erschließung dieser drei Gruppen das Fachkräftepotenzial in Bayern deutlich erhöht werden könnte, ohne zusätzliche Zuwanderung. Das setzt voraus, dass Betriebe aktiv mitmachen: flexible Arbeitszeiten anbieten, Ältere gezielt weiterentwickeln und internationale Bewerber bei der Anerkennung unterstützen.
Was Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern auszeichnet
Bayern hat strukturelle Vorteile bei der Fachkräftesicherung: eine niedrige Arbeitslosigkeit, ein starkes Bildungssystem und eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur. Gleichzeitig ist die Konkurrenz um Talente durch den hohen Wohlstandslevel und attraktive Großstädte wie München intensiv. Betriebe in ländlichen Regionen stehen vor der doppelten Herausforderung, dass Fachkräfte städtische Standorte bevorzugen. FKS+ adressiert auch das, indem es auf lokale Vernetzung und kommunale Zusammenarbeit setzt. Den übergeordneten Rahmen liefert der Artikel Demografischer Wandel und Arbeitsmarkt Bayern. Programme zur Integration internationaler Fachkräfte beleuchtet der Artikel Warum internationale Belegschaften ein Erfolgsfaktor sind.
Was Betriebe konkret tun können
Die vbw bietet über FKS+ Beratung, Vernetzungsformate und Informationsmaterial für Betriebe an. Wer sich engagieren will, kann sich über den Verband informieren und an regionalen Netzwerkveranstaltungen teilnehmen. Wer sofort handeln will: Prüfen, welche internen Potenziale noch ungenutzt sind, und konkrete Maßnahmen zur Ausweitung von Teilzeitmodellen, zum Wissenstransfer älterer Mitarbeitender und zur Unterstützung bei Anerkennungsverfahren entwickeln.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Initiative FKS+ zur Fachkräftesicherung, Stand September 2026 unter https://www.vbw-bayern.de
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