Autohaus Fahrzeugausstellung - ELAB 2040 Zukunft der Automobilindustrie Bayern

Was der ELAB 2040-Report für die Zukunft der bayerischen Automobilindustrie bedeutet

Der Verband der Bayerischen Wirtschaft hat seinen ELAB 2040-Report veröffentlicht. Die Studie analysiert, wie sich Wertschöpfung und Beschäftigung in der bayerischen Automobilindustrie bis zum Jahr 2040 entwickeln werden. Das Ergebnis ist ambivalent: Einerseits bietet die Transformation zur Elektromobilität Chancen. Andererseits droht ein erheblicher Verlust an Arbeitsplätzen in der konventionellen Antriebstechnik. Was bedeutet das für Betriebe, die direkt oder indirekt mit der bayerischen Autobranche verbunden sind?

Was der ELAB 2040-Report prognostiziert

ELAB steht für Elektromobilität und Beschäftigung in der Automobilindustrie in Baden-Württemberg und Bayern. Der aktuelle Report schreibt frühere Szenarien fort und kommt zu dem Schluss, dass die Zahl der Beschäftigten in der klassischen Antriebstechnik bis 2040 deutlich sinken wird. Motoren, Getriebe, Abgasanlagen und verwandte Komponenten werden in Elektrofahrzeugen nicht mehr gebraucht. Zehntausende Arbeitsplätze in Bayern, die heute an Verbrennungsmotoren hängen, werden langfristig wegfallen oder sich grundlegend verändern müssen.

Gleichzeitig entstehen neue Beschäftigung in der Batterietechnik, Leistungselektronik, Software und im Bereich Ladeinfrastruktur. Die Frage ist, ob der Aufbau schnell genug geht und ob die betroffenen Arbeitnehmer die notwendigen Qualifikationen mitbringen oder erwerben können. Der Report ist realistisch: Der Strukturwandel wird nicht ohne Friktionen ablaufen.

Was das für Zulieferer bedeutet

Die bayerische Automobilzuliefererbranche ist mit Tausenden von Betrieben und Hundertausenden Beschäftigten eine der wichtigsten Säulen der Landeswirtschaft. Wer Kurbelwellen, Kolben oder Einspritzsysteme produziert, muss sich die Frage stellen, welche seiner Produkte im Elektrozeitalter noch gebraucht werden. Manche Komponenten haben Äquivalente in der Elektromobilität, andere nicht. Wer frühzeitig analysiert, welche Kernkompetenzen übertragbar sind, kann gezielt in neue Produkte und Märkte investieren.

Besser aufgestellt sind Zulieferer, die auf systemübergreifende Kompetenzen setzen: Leichtbau, Thermomanagement, Fahrwerk und Karosserie sind in Elektrofahrzeugen ähnlich gefragt wie in Verbrennern. Wer dagegen ausschließlich in der Motorenperipherie tätig ist, braucht eine klare Transformationsstrategie. Die Frage der Neuausrichtung betrifft auch die Logistik- und Servicebetriebe rund um die Automobilindustrie. Den aktuellen Stand bei MAN als zentralem bayerischem Nutzfahrzeughersteller zeigt der Artikel Wie MAN die Elektrowende gestaltet.

Was Betriebe und Politik tun müssen

Der ELAB 2040-Report ist kein Schreckensszenario, sondern ein Handlungsauftrag. Bayern hat die Chance, den Strukturwandel aktiv zu gestalten, wenn jetzt die richtigen Weichen gestellt werden. Qualifizierungsoffensiven für betroffene Arbeitnehmer, gezielte Förderung von Transformationsinvestitionen und der Aufbau neuer Cluster in Batterietechnik und Softwareentwicklung sind zentrale Hebel.

Für Unternehmen gilt: Wer auf Konjunkturpolitik wartet, verliert Zeit. Die Transformation ist keine Frage von ob, sondern von wann. Wer jetzt investiert, hat 2030 einen Vorsprung. Wer wartet, kämpft dann gegen gut aufgestellte Wettbewerber aus China, den USA und anderen europäischen Ländern. Wie Bayern seinen Energiestandort für die neue Mobilität rüstet, zeigt der Artikel Bayerischer Batteriekongress 2026.


Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw), ELAB 2040-Report 2026 unter https://www.vbw-bayern.de

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