Paar zieht in neues Haus ein - Wanderungsplus Bayern 2025

Was das Wanderungsplus von 31.000 Personen 2025 für den Wirtschaftsstandort Bayern bedeutet

Bayern verzeichnete 2025 ein Wanderungsplus von rund 31.000 Personen. Das heißt: Mehr Menschen sind in den Freistaat gezogen als ihn verlassen haben. Das meldet das Bayerische Landesamt für Statistik. Der Wert liegt deutlich unter den Spitzenwerten früherer Jahre, zeigt aber, dass Bayern trotz wirtschaftlicher Eintrübung ein attraktiver Zuzugsort geblieben ist. Was bedeutet dieses Wanderungsplus konkret für den Wirtschaftsstandort?

Warum Zuzug für Bayern wichtiger wird

Angesichts des anhaltenden Geburtenrückgangs ist Zuzug von außen einer der wenigen Wege, das Erwerbspersonenpotenzial in Bayern stabil zu halten. Wer zuzieht, ist oft im erwerbsfähigen Alter, bringt Qualifikationen mit und sucht Arbeit. Für Unternehmen im Freistaat ist das eine wichtige Entlastung im Wettbewerb um Fachkräfte. Ohne Zuzug wäre der demografische Druck auf den Arbeitsmarkt noch größer.

Das Wanderungsplus 2025 liegt aber deutlich unter den Werten von 2022 und 2023, als der Zuzug aus der Ukraine und anderen Regionen sehr hoch war. Die Normalisierung der Wanderungsbewegungen bedeutet, dass Bayern sich nicht dauerhaft auf hohe Zuzugszahlen verlassen kann. Langfristig muss der Freistaat seine Attraktivität als Wohn- und Arbeitsort aktiv stärken.

Woher die Zuzüge kommen und was das bedeutet

Zuzug nach Bayern erfolgt aus mehreren Quellen: innerhalb Deutschlands aus anderen Bundesländern, aus EU-Staaten vor allem aus Osteuropa, und aus Drittstaaten im Rahmen von Fachkräftezuwanderung und Humanitären Aufnahmen. Jede dieser Gruppen hat unterschiedliche Charakteristika und stellt unterschiedliche Anforderungen an Integrationsangebote, Wohnraum und Sprachförderung.

Für Unternehmen ist besonders die qualifizierte Zuwanderung aus Drittstaaten interessant. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat die Möglichkeiten erweitert, gezielt qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Bayern hat zudem eigene Programme aufgelegt, die Betrieben bei der Rekrutierung und Integration internationaler Fachkräfte helfen. Programme wie der Talentnavigator+ der vbw und das Mentoring für internationale Fachkräfte unterstützen dabei konkret.

Was Unternehmen aus dem Wanderungsplus lernen können

Ein Wanderungsplus von 31.000 Personen verteilt sich auf ganz Bayern sehr ungleichmäßig. Der Großteil des Zuzugs konzentriert sich auf die Metropolregionen München, Nürnberg und Augsburg sowie deren Umland. Ländliche Regionen, die ebenfalls Fachkräfte brauchen, profitieren kaum. Das ist eine strukturelle Herausforderung für Kommunen und Unternehmen außerhalb der Ballungsräume.

Betriebe in ländlichen Regionen, die qualifizierte Arbeitskräfte anziehen wollen, müssen aktiver werden: attraktive Gehälter, gute Anbindung, Unterstützung bei der Wohnungssuche und ein aktives Onboarding für Zugezogene. Den Zusammenhang zwischen Standortbedingungen und Fachkräftegewinnung zeigt der Artikel Kommunaler Handlungsspielraum gegen Fachkräftemangel. Den übergeordneten Ausblick bietet Arbeitskräftebedarf in Bayern dürfte langfristig wieder steigen.


Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik, Pressemitteilung vom 3. Juli 2026 unter https://www.statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2026/pm175/index.html

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