Die Rohstoffpreise sind zu Jahresbeginn 2026 erneut stark gestiegen und nähern sich laut dem Verband der Bayerischen Wirtschaft dem Rekordhoch aus dem Jahr 2022. vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt bezeichnete den verlässlichen Rohstoffbezug als ständige Herausforderung für bayerische Unternehmen.
Betroffen sind vor allem Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe, die auf Metalle, Kunststoffe, Holz und chemische Vorprodukte angewiesen sind. Wenn Rohstoffpreise sprunghaft steigen, geraten Unternehmen unter Druck, weil Einkaufspreise zunehmen, während Verkaufspreise oft kurzfristig nicht angepasst werden können. Für exportorientierte Betriebe kommt hinzu, dass internationale Wettbewerber in Regionen mit günstigeren Beschaffungskosten operieren.
Die aktuelle Preisentwicklung hat mehrere Ursachen: Die Spannungen im Nahen Osten haben die Energiepreise angetrieben, was sich auf die gesamte Rohstoffkette auswirkt. Gleichzeitig sorgen Lieferkettenprobleme und eine stockende Erholung wichtiger Handelspartner für zusätzlichen Druck. Die Energiepreisentwicklung war bereits zuvor ein zentrales Thema, wie der Artikel Bayerns Außenhandel 2025 zeigt. Auch der Bericht zur Produktion der bayerischen Industrie 2025 liefert ergänzende Einordnungen.
Für Unternehmen empfiehlt sich eine konsequente Rohstoffstrategie: Langfristige Lieferverträge, Diversifizierung der Bezugsquellen und der Aufbau von Lagerbeständen in Hochpreisphasen können helfen, Volatilität abzufedern. Auch der gezielte Einsatz von Recyclingmaterialien gewinnt an Bedeutung.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Verbands der Bayerischen Wirtschaft (vbw), Pressemitteilung vom 8. April 2026
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