TUM entwickelt ersten KI-Chip einer EU-Universität in 7-Nanometer-Technologie

Die Technische Universität München (TUM) hat nach eigenen Angaben als erste Universität innerhalb der Europäischen Union einen eigenen Prozessor für künstliche Intelligenz (KI) auf Basis modernster 7-Nanometer-Technologie entwickelt. Der Mikrochip soll sich von marktüblichen Lösungen unterscheiden, indem er Daten direkt vor Ort statt über zentralisierte Cloud-Systeme auswertet – ein Ansatz, der insbesondere in datensensiblen Anwendungen Vorteile bieten kann.

Im Zentrum der Entwicklung steht ein neuromorpher KI-Chip, den Prof. Hussam Amrouch und sein Team entworfen haben. Neuromorphe Architekturen ahmen neuronale Netzwerke biologischer Gehirne nach und versprechen Effizienzgewinne bei Anwendungen wie Datenanalyse oder Steuerungsprozessen in autonomen Systemen. Laut den Forschenden könnten diese Chips künftig in Bereichen wie Gesundheits- oder Industrietechnik eingesetzt werden, etwa zur lokalen Analyse von Vitaldaten oder zur Steuerung von Systemen ohne externe Vernetzung.

Ein wesentliches Motiv für die Entwicklung ist die technologische Unabhängigkeit Europas: Globale Lieferketten und geopolitische Risiken haben in den vergangenen Jahren die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von ausländischen Halbleiterlieferanten deutlich gemacht. Durch eigene Kapazitäten im Chipdesign sollen Forscher und Unternehmen in Deutschland und Europa künftig stärker auf innovative Halbleiterlösungen zugreifen können, ohne ausschließlich auf internationale Hersteller angewiesen zu sein.

Die TUM-Forschungsgruppe plant nach eigenen Angaben, jährlich mehrere neue Chipdesigns zu entwerfen. Diese sollen ab etwa 2028 von der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) in Dresden gefertigt werden, einem Projekt, das zur Stärkung der europäischen Halbleiterproduktion beiträgt.

Die Entwicklung eines solchen KI-Chips kann für bayerische Unternehmen und Start-ups im Hightech-Bereich von Bedeutung sein, insbesondere für diejenigen, die Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette von künstlicher Intelligenz und vernetzter Elektronik entwickeln. Gerade angesichts der Bedeutung von Halbleitern für zahlreiche Zukunftsmärkte – von Automobil- über Medizintechnik bis zur industriellen Automatisierung – könnte diese Initiative zur lokalen Innovationskraft beitragen.

Quelle: Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung unter
https://www.presseportal.de/pm/16314/6210027

Bildquellen

  • TUM entwickelt ersten KI-Chip einer EU-Universität in 7-Nanometer-Technologie: Bild von Leo auf Pixabay

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