Der Bayerische Bauernverband hat ein Sofortprogramm für die Landwirtschaft gefordert. Verbandspräsident Günther Felßner mahnt: Jetzt handeln, bevor Betriebe aufgeben müssen. Hintergrund sind die anhaltende Trockenheit, explodierende Produktionskosten und ein politischer Rahmen, der viele landwirtschaftliche Betriebe an die Grenze der Rentabilität treibt. Was fordert der Verband, und was steht auf dem Spiel?
Warum die Lage so ernst ist
Der Sommer 2026 hat die bayerische Landwirtschaft hart getroffen. Trockenheit und Hitze haben in mehreren Regionen Ernteschäden von 20 bis 40 Prozent verursacht. Gleichzeitig sind Energie-, Düngemittel- und Maschinenkosten im Vergleich zu Vorkrisenniveaus dauerhaft erhöht geblieben. Die Erzeugerpreise haben sich zwar leicht erholt, decken aber in vielen Bereichen noch immer nicht die gestiegenen Produktionskosten. Das Ergebnis: Viele Betriebe wirtschaften an der Nulllinie oder darunter.
Besonders betroffen sind Betriebe in der Tierhaltung, deren Schweinebestände in Bayern 2026 erneut um 1,3 Prozent gesunken sind. Wer nicht mehr rentabel arbeiten kann, gibt auf. Und wer aufgibt, kommt nicht zurück. Das ist nicht nur ein wirtschaftliches Problem, sondern auch ein kulturelles: Bayern verliert damit Strukturen, die über Generationen aufgebaut wurden und das Gesicht der Kulturlandschaft prägen.
Was das Sofortprogramm vorsieht
Der Bauernverband fordert von Bund und Land konkrete Entlastungen. Dazu gehören eine unbürokratische Hilfszahlung für von Trockenheit besonders betroffene Betriebe, die Aussetzung von Auflagen, die in Krisenzeiten nicht erfüllbar sind, steuerliche Erleichterungen für Rücklagenbildung in Hochpreisphasen sowie eine Beschleunigung der GAP-Zahlungen, die für viele Betriebe überlebenswichtig sind. Bayerns Landwirtschaftsminister Füracker hat signalisiert, schnell und unbürokratisch handeln zu wollen.
Was das für die Lebensmittelwirtschaft bedeutet
Wenn landwirtschaftliche Betriebe in Bayern aufgeben, schwächt das die gesamte regionale Lebensmittelkette. Weniger lokale Erzeuger bedeuten mehr Importabhängigkeit, höhere Transportwege und weniger Kontrolle über Produktionsstandards. Für Lebensmittelhersteller, den Handel und die Gastronomie, die mit Regionalität werben, ist das eine strukturelle Bedrohung. Den Hintergrund zur Ernte 2026 liefert der Artikel Wie Trockenheit und Hitze 2026 die Ernte treffen. Die agrarpolitische Perspektive auf die GAP bietet EU-Agrarrat und GAP ab 2028.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands, Pressemitteilung August 2026 unter https://www.bayerischerbauernverband.de/presse
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