Kirche als Symbolbild fuer pauschale Kirchensteuer Bayern

Pauschale Kirchensteuer Bayern 2026: 7 Prozent, Anmeldung & Beispiele

Pauschale Kirchensteuer Bayern bezeichnet die Kirchenlohnsteuer auf pauschal versteuerten Arbeitslohn. Sobald ein Arbeitgeber die Lohnsteuer nach Maßgabe von §§ 40, 40a, 40b oder § 37b EStG pauschal abführt, fällt grundsätzlich auch pauschale Kirchensteuer an. Die Kirchensteuer Pauschalierung gilt in Deutschland in allen Ländern, Bayern setzt im vereinfachten Verfahren einen Satz von 7 Prozent fest. Dieser Ratgeber gibt eine Übersicht über Rechtsgrundlage, Anwendungsfälle, Bemessungsgrundlage, Anmeldung und Abführung im Lohnsteuerabzug.

Definition

Die pauschale Kirchensteuer ist eine Annex-Steuer zur pauschalen Lohnsteuer im Lohnsteuerabzugsverfahren. Der Arbeitgeber als Steuerschuldner führt sie zusammen mit der Lohnsteuer ab. Die Pauschalierung der Kirchensteuer erfolgt unabhängig davon, ob einzelne Arbeitnehmer einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehören. Damit ist die Kirchensteuerpauschalierung deutlich einfacher zu handhaben als die individuelle Erhebung.

Rechtsgrundlage

Wesentliche Rechtsvorschriften sind §§ 40, 40a, 40b und § 37b EStG (Einkommensteuergesetz) sowie das Kirchensteuergesetz für den Bereich des Freistaats Bayern (KirchStG). Maßgeblich sind die gleichlautenden Erlasse der Länder vom 8. August 2016 (BStBl 2016 I S. 773). Hinzu kommt § 51a EStG als Festsetzungs- und Erhebungsnorm. Die Finanzbehörden des Landes Bayern setzen diese Bestimmungen in den Lohnsteuer-Richtlinien (LStR) und Verwaltungsanweisungen um.

Wer zahlt pauschale Kirchensteuer?

Steuerschuldner ist nach § 40 Abs. 3 EStG der Arbeitgeber. Eine Abwälzung auf den Arbeitnehmer ist nicht zulässig. Betroffen sind Unternehmen und ihre Betriebe, sobald sie von der Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung Gebrauch machen und pauschal versteuerte Vergütungsbestandteile (z.B. Sachzuwendungen, Geschenke an Geschäftspartner, Minijob-Pauschalierungen außerhalb der 2-Prozent-Pauschsteuer) auszahlen. Die Kirchensteuerpflicht des einzelnen Arbeitnehmers spielt für die Bemessung im vereinfachten Verfahren keine Rolle. Eine Ausnahme bildet allein die 2-Prozent-Pauschsteuer beim Minijob.

Arbeitnehmer ohne Kirchenzugehörigkeit

Im vereinfachten Verfahren wird die pauschale Kirchensteuer auf alle Arbeitnehmer angewendet, auch ohne Religionszugehörigkeit. Der ermäßigte Satz von 7 Prozent berücksichtigt diese Tatsache. Im Nachweisverfahren werden Arbeitnehmer, die nachweislich keine Kirchenmitglieder sind, aus der Bemessung herausgenommen, was eine Auswahl im Einzelfall bedeutet.

Höhe pauschaler Kirchensteuersatz Bayern

VerfahrenBayern Steuersatz
Vereinfachtes Verfahren (ermäßigter Pauschsteuersatz)7 % der pauschalen Lohnsteuer
Nachweisverfahren (volle Höhe für Kirchenmitglieder)8 % der pauschalen Lohnsteuer
2 % Minijob-Pauschsteuer (mit RV-Pauschale)Kirchensteuer bereits enthalten

Bayern liegt damit auf gleichem Niveau wie das Bundesland Bremen und die Länder Hessen, Nordrhein Westfalen, Rheinland Pfalz und Saarland. Niedrigere Kirchensteuersätze haben Hamburg (4 %), Baden Württemberg (4,5 %), Berlin, Brandenburg, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen, Sachsen Anhalt, Thüringen (jeweils 5 %), Niedersachsen und Schleswig Holstein (6 %).

Bemessungsgrundlage

Bemessungsgrundlage ist die pauschale Lohnsteuer auf die jeweilige Zuwendung, nicht der Arbeitslohn selbst. Aus dieser pauschalen Lohnsteuer ergibt sich die pauschale Kirchensteuer in Höhe des gesetzlichen Steuersatzes für Bayern.

Anwendungsfälle

Die Pauschalierungsvorschrift gilt insbesondere in folgenden Fällen: Pauschalierung sonstiger Bezüge nach § 40 Abs. 1 EStG (bis 1.000 € pro Jahr), Sachbezüge nach § 40 Abs. 2 EStG (z.B. Mahlzeiten, Erholungsbeihilfen), Minijobs nach § 40a EStG (außer 2-Prozent-Pauschsteuer), kurzfristige Beschäftigungen nach § 40a Abs. 1 EStG, betriebliche Altersversorgung nach § 40b EStG, Sachzuwendungen an Geschäftsfreunde und Arbeitnehmer nach § 37b EStG (Pauschsteuersatz 30 Prozent). Diese Pauschalierungstatbestände werden in der Tabelle der LStR und im Lohnsteuer-Handbuch Anhang 21b zusammengefasst.

Sachzuwendungen und Geschenke

Nach § 37b EStG können Arbeitgeber Sachzuwendungen bis 10.000 € pro Wirtschaftsjahr pauschal mit 30 Prozent versteuern. Auf diese 30 Prozent kommt die pauschale Kirchensteuer von 7 % (Bayern, vereinfachtes Verfahren) zuzüglich Solidaritätszuschlag. So bleibt der geldwerte Vorteil beim Empfänger steuerfrei.

Minijob in Bayern

Bei der einheitlichen Pauschsteuer von 2 Prozent (Minijob mit Rentenversicherungspauschale) ist die Kirchensteuer bereits abgegolten. Die Erhebung erfolgt durch die Minijob-Zentrale. Wählt der Arbeitgeber stattdessen die 20-Prozent-Pauschsteuer (ohne RV-Pauschale), fällt zusätzlich pauschale Kirchensteuer von 7 Prozent in Bayern an. Bei 25 Prozent Saisonbeschäftigung ebenfalls.

Anmeldung und Abführung

Die Lohnsteuer Anmeldung erfolgt elektronisch über ELSTER zusammen mit der Lohnsteuer und der pauschalen Kirchensteuer. Die im vereinfachten Verfahren ermittelten Beträge sind gesondert in der Kennzahl 47 (bzw. Zeile 25) der Anmeldung einzutragen. Der Lohnsteuer Anmeldungszeitraum ist monatlich, vierteljährlich oder jährlich, abhängig von der Höhe der jährlichen Lohnsteuer. Die Erhebung übernimmt das Betriebsstättenfinanzamt. Die Abführung erfolgt bis zum 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums.

Aufteilung auf Konfessionen

Eine prozentuale Aufteilung der pauschalierten Kirchensteuer nach einem Verteilungsschlüssel ist zum 1.1.2007 weggefallen. Früher wurde in Bayern das Verhältnis 70 Prozent katholische Kirche und 30 Prozent evangelische Kirche aufgeteilt. Heute übernimmt die Aufteilung das Finanzamt nach landesinternen Schlüsseln, die regelmäßig anhand der aktuellen Statistik der Kirchenmitglieder fortgeschrieben werden.

Beispielrechnung

Beispiel 1: Geschenk an Geschäftsfreund 200 €. Pauschalsteuer 30 Prozent = 60 €. Pauschale Kirchensteuer 7 % von 60 € = 4,20 €. Solidaritätszuschlag entfällt seit 2021 weitgehend. Beispiel 2: Minijob 520 €/Monat, 20 Prozent Pauschsteuer = 104 €, davon 7 % pauschale Kirchensteuer = 7,28 €. Bei 2-Prozent-Variante: kein Zusatzbetrag.

Unterschied zur Regelkirchensteuer

MerkmalRegelkirchensteuerPauschale Kirchensteuer
SteuerschuldnerArbeitnehmerArbeitgeber
BemessungIndividuelle LohnsteuerPauschale Lohnsteuer
Satz Bayern8 %7 % (vereinfacht)
Prüfung der KonfessionELStAMnicht erforderlich

Vorteile und Nachteile

Vorteile für Arbeitgeber: einfache Berechnung, niedrigerer Satz im Vergleich zur Regelkirchensteuer, kein Aufwand pro Arbeitnehmer, klare Bemessungsgrundlage, Wahlrecht zwischen vereinfachten Verfahren und Nachweisverfahren. Nachteile: Arbeitgeber zahlt auch für konfessionslose Arbeitnehmer, kein Werbungskostenabzug beim Arbeitnehmer.

Betriebsausgabe?

Ja, die pauschale Lohnsteuer und die pauschale Kirchensteuer sind beim Arbeitgeber abzugsfähige Betriebsausgaben, sofern die Zuwendung selbst betrieblich veranlasst ist.

Arbeitnehmerrechte und Widerspruchsrecht

Da der Arbeitgeber Steuerschuldner ist, hat der Arbeitnehmer kein direktes Widerspruchsrecht gegen die pauschale Kirchensteuer. Wenn er nicht Kirchenmitglied ist, kann er den Arbeitgeber bitten, das Nachweisverfahren anzuwenden. Eine Bescheinigung über die Nichtzugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft wird beigefügt.

Quellen

Einkommensteuergesetz §§ 37b, 40, 40a, 40b und § 51a EStG. Gleichlautende Erlasse der Länder vom 8.8.2016 (BStBl 2016 I S. 773). Lohnsteuer-Handbuch Anhang 21b des Bundesfinanzministeriums (Seite mit Navigation zu BMF-Schreiben). Bei steuerlichen Fragen ist der jeweilige Artikel oder die Verfügung der Finanzbehörde maßgeblich. Steuertipps des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und für Heimat (stmfh.bayern.de). Stand: April 2026, ohne Gewähr.

Foto: Inna Million, Pexels (kostenlos nutzbar). Symbolbild für Kirchensteuer. Alle Angaben zu Sätzen und Verfahren ohne Gewähr.

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