Person kauft online mit Laptop - Online-Handel Bayern 2026

Online-Handel wächst 2026 um 4,3 Prozent: Was der HDE-Monitor für bayerische Händler bedeutet

Der Online-Handel in Deutschland wächst 2026 weiter und wird nach der Prognose des Handelsverbandes Deutschland seinen Umsatz um nominal 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern. Das zeigt der aktuelle HDE-Online-Monitor 2026. Damit wächst der E-Commerce fast dreimal schneller als der stationäre Einzelhandel, der nur 1,6 Prozent zulegen dürfte. Was bedeutet das für bayerische Händler, die beide Kanäle bedienen oder ihren Online-Einstieg planen?

Was der HDE-Online-Monitor zeigt

Der wichtigste Befund des Monitors: Online-Marktplätze bleiben der dominante Kanal. Rund 57 Prozent aller Online-Umsätze laufen über Plattformen wie Amazon, eBay oder otto.de. Eigene Online-Shops spielen eine kleinere Rolle, gewinnen aber bei bestimmten Produktgruppen und Marktsegmenten an Bedeutung. Wer als kleines oder mittelständisches Unternehmen online verkauft, kommt an den großen Marktplätzen kaum vorbei, gibt dabei aber Margen und Kundenkontakt ab.

Ein weiterer Trend: Die Online-Käufer werden älter. Immer mehr Menschen über 50 kaufen selbstverständlich online, weil sie dieses Verhalten in jüngeren Jahren gelernt haben und beibehalten. Das vergrößert die potenzielle Zielgruppe für Online-Händler erheblich und macht zielgruppenspezifische Sortimente und Services für ältere Käufer attraktiver.

Was das für bayerische Händler bedeutet

Bayerische Einzelhändler, die noch keinen Online-Kanal haben, verlieren strukturell Marktanteile. Das gilt auch dann, wenn das stationäre Geschäft heute noch gut läuft: Kunden, die heute online kaufen, kommen morgen seltener in die Filiale. Wer den Online-Einstieg aufschiebt, macht ihn schwerer, weil Marktpositionen auf den großen Plattformen bereits besetzt sind und Neueinsteiger höhere Marketingkosten haben.

Für bayerische Händler mit gut sortiertem stationärem Angebot bieten sich Nischen: regionale Produkte, Fachkompetenz und persönlicher Service sind online schwer zu replizieren und können ein differenzierendes Merkmal sein. Wer seinen eigenen Online-Shop aufbaut, behält Kundendaten, kann Stammkunden direkt ansprechen und ist nicht von Plattformprovisions-Erhöhungen abhängig.

Was stationäre Händler tun sollten

Erstens: Click and Collect als Einstieg. Wer Kunden erlaubt, online zu bestellen und im Laden abzuholen, verknüpft beide Kanäle und zieht online-affine Kunden in die Filiale. Zweitens: Lokale Sichtbarkeit stärken. Google My Business, lokale Online-Werbung und gute Bewertungen auf Plattformen erhöhen die Sichtbarkeit auch ohne eigenen Shop. Drittens: Sortiment online recherchierbar machen. Viele Kunden recherchieren online, kaufen dann aber stationär. Wer sein Angebot online zeigt, gewinnt diese Kunden. Den Handelskontext in Bayern beleuchtet der Artikel Warum kaum Kommunen das Ladenschlussgesetz umsetzen.


Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE), HDE-Online-Monitor 2026, veröffentlicht beim Handelsverband Bayern am 29. Juli 2026 unter https://www.hv-bayern.de/aktuelles/meldungen/20260603-hde-online-monitor-2026-online-handel-als-wachstumstreiber-fuer-den-einzelhandel.php

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