M+E-Industrie Bayern 2026: 35.000 Stellen weniger seit Anfang 2024

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie hat seit Anfang 2024 über 35.000 Stellen abgebaut. Das zeigt der aktuelle Halbjahresbericht 2/2026 des Verbands bayme vbm. Allein in der ersten Hälfte 2026 gingen rund 9.000 Stellen verloren. Die Produktion sank um 2,5 Prozent, die Investitionsbereitschaft befindet sich auf einem historischen Tiefstand.

  • Über 35.000 M+E-Stellen in Bayern seit Anfang 2024 abgebaut.
  • Allein H1 2026: circa 9.000 Stellen weniger gegenüber H2 2025.
  • M+E-Produktion Bayern 2026: minus 2,5 Prozent gegenüber Vorjahr.
  • 44 Prozent der Betriebe arbeiten unter 2 Prozent Nettomarge.
  • Nur 11 Prozent der Investitionen fließen in Kapazitätserweiterungen, historischer Tiefstand.

Wie stark ist der Stellenabbau in der M+E-Industrie Bayern?

Mehr als 35.000 Arbeitsplätze sind in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie seit Anfang 2024 verloren gegangen. Das entspricht einem Rückgang von rund drei Prozent aller Beschäftigten in der Branche. Besonders stark betroffen sind der Automobilbereich und Maschinenbau, wo struktureller Wandel und konjunkturelle Schwäche zusammentreffen.

In der ersten Hälfte 2026 beschleunigte sich der Abbau: Rund 9.000 Stellen gingen zwischen Januar und Juni 2026 verloren. Das ist der stärkste Halbjahresrückgang seit der Coronapandemie 2020. Bayme vbm warnt, dass weitere Verlagerungen ins Ausland bevorstehen könnten, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern.

Was sind die Ursachen für den Stellenabbau?

Die Gründe sind vielfältig. Erstens: Die Transformation zur Elektromobilität trifft Zulieferer hart. Verbrennungsmotorkomponenten werden nicht mehr gebraucht, Elektroantriebskomponenten werden oft in Asien günstiger produziert. Zweitens: Hohe Energiekosten in Deutschland und Bayern machen energieintensive Produktion teurer als in anderen Ländern. Drittens: Schwache Exportnachfrage, besonders aus China und den USA.

Ein weiterer Faktor ist das Lohnniveau. Bayern hat im deutschen Vergleich überdurchschnittliche Tariflöhne. In der laufenden Tarifrunde 2026 fordert die IG Metall fünf Prozent mehr. Das erhöht den Druck auf Betriebe mit ohnehin schon dünnen Margen weiter.

Wie schlecht ist die Ertragslage der bayerischen M+E-Betriebe?

44 Prozent der bayerischen M+E-Unternehmen erzielen eine Nettomarge unter zwei Prozent. Das ist wirtschaftlich sehr knapp: Zwei Prozent Marge bedeuten, dass jede größere Kostensteigerung oder jeder Umsatzrückgang in den Verlust führt. Solche Betriebe können kaum investieren und sind anfällig für externe Schocks.

Die Investitionsbereitschaft spiegelt das: Nur 11 Prozent aller Investitionen in der bayerischen M+E-Industrie fließen in Erweiterungen. Das ist ein historischer Tiefstand. Stattdessen dominieren Erhaltungsinvestitionen und Effizienzprojekte. Neue Werke oder Produktlinien entstehen kaum noch in Bayern.

Was fordert bayme vbm von der Politik?

Der Arbeitgeberverband bayme vbm nennt konkrete Forderungen. Erstens: Senkung der Energiepreise durch Abschaffung oder Reduzierung von Energiesteuern und Netzentgelten. Zweitens: Bürokratieabbau bei Genehmigungen und Berichtspflichten. Drittens: Bildungsinvestitionen, um den Fachkräftemangel zu lindern. Viertens: Stabilitätssignale in der Wirtschaftspolitik, um Investitionsplanung zu erleichtern.

Die bayerische Staatsregierung hat einige dieser Forderungen aufgegriffen. Konkrete Entlastungen bei Energiekosten sind bisher aber begrenzt, weil wesentliche Stellschrauben auf Bundesebene liegen.

FAQ: M+E-Industrie Bayern 2026

Wie viele Stellen hat die bayerische M+E-Industrie seit 2024 verloren?

Über 35.000 Stellen sind seit Anfang 2024 in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie weggefallen. In H1 2026 allein gingen rund 9.000 Stellen verloren.

Welche Branchen der bayerischen M+E-Industrie sind besonders betroffen?

Besonders stark betroffen sind Automobilzulieferer, die von Verbrennungsmotor-Komponenten abhängig sind, sowie Maschinenbauer mit hohem Exportanteil nach China. Elektrotechnik und Softwareintensive Fertigung halten sich besser.

Was bedeutet eine Nettomarge unter zwei Prozent für ein Unternehmen?

Eine Nettomarge unter zwei Prozent heißt, dass ein Unternehmen nach allen Kosten weniger als zwei Euro je 100 Euro Umsatz verdient. Das lässt kaum Spielraum für Investitionen, Rücklagen oder Lohnerhöhungen. 44 Prozent der bayerischen M+E-Betriebe befinden sich in dieser Situation.

Quelle: bayme vbm, Halbjahresbericht 2/2026; Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik Bayern 2026.

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