Wie aus Heiztechnik Ofenhandwerk wird: Markus Oberberger im Gespräch

Ein Ofen ist ein Heizgerät und Teil des Wohnraums zugleich. Welche Bauart passt, hängt deshalb nicht allein vom gewünschten Aussehen ab: Auch der Wärmebedarf, die räumlichen Gegebenheiten und die vorgesehene Nutzung spielen eine Rolle. Im Interview beantwortet Markus Oberberger, Inhaber von Ofenbau Oberberger in Obermotzing, Fragen zu seinem beruflichen Weg und zur individuellen Ofenplanung.

Heiztechnik und Ofenhandwerk

Bayern Business: Wie führte dein beruflicher Weg von der Heiztechnik zum Ofenbau?

Markus Oberberger: Meine Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer begann 1993. Von 2010 bis 2012 folgte eine weitere Ausbildung zum Gesellen im Ofen- und Luftheizungsbau; 2013 legte ich die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz ab. Beide Arbeitsfelder beschäftigen sich mit der Beheizung von Gebäuden. Im Ofen- und Kaminbau kommt hinzu, dass eine Anlage sichtbar Teil des Wohnraums wird. Bei der Planung müssen deshalb ihre technische Aufgabe und ihre Wirkung im Raum berücksichtigt werden. Diese Perspektiven ergänzen einander, ersetzen aber nicht die Prüfung der Bedingungen vor Ort.

Bayern Business: Welche Anforderungen treffen bei einer Ofenplanung aufeinander?

Markus Oberberger: Die Wärmeversorgung und die handwerkliche Gestaltung betreffen unterschiedliche Seiten desselben Vorhabens. Im Ofenhandwerk kommt hinzu, dass jede Anlage auch zu einem bestimmten Raum und zu den Vorstellungen der Menschen passen muss, die den Ofen nutzen. Was zunächst als Wunsch nach einer bestimmten Form beschrieben wird, lässt sich deshalb nicht unabhängig von Wärmebedarf und räumlichen Gegebenheiten beurteilen.

Bayern Business: Was kennzeichnet diese handwerkliche Spezialisierung?

Markus Oberberger: Ein individuelles Ofenprojekt verbindet Fragen der Beheizung mit der konkreten Bauform und der Gestaltung im Wohnraum. Deshalb reicht es nicht, nur einen Ofentyp auszuwählen. Man muss sich auch damit beschäftigen, welche Wärme benötigt wird und wie sich die Anlage in ihre Umgebung einfügt. In diesem Arbeitsfeld müssen verschiedene Anforderungen gemeinsam betrachtet werden.

Was ein individuelles Ofenprojekt ausmacht

Bayern Business: Welche Lösungen gehören zum Angebot deines Betriebs?

Markus Oberberger: Bei Ofenbau Oberberger planen und bauen wir individuelle Ofen- und Kaminlösungen. Dazu gehören beispielsweise Kachelöfen, Heizkamine und Kaminöfen. Wer sich für Kaminöfen in Regensburg interessiert, bringt möglicherweise andere räumliche Voraussetzungen und Gestaltungswünsche mit als jemand, der einen Kachelofen plant. Die Bezeichnung des Ofentyps ist deshalb ein Ausgangspunkt, aber noch kein vollständiger Plan für die spätere Anlage.

Bayern Business: Welche Überlegungen stehen am Anfang einer individuellen Planung?

Markus Oberberger: Ein wesentlicher Punkt ist der Wärmebedarf. Er muss bei der Planung berücksichtigt werden, denn die gewünschte Wärmeversorgung muss zum jeweiligen Gebäude passen. Zugleich geht es um die Gegebenheiten des Raums und um die Frage, welche Bauart und Gestaltung gewünscht sind. Diese Punkte gehören zusammen: Wer zunächst nur auf die äußere Form schaut, lässt eine wichtige technische Frage offen. Wer sich allein mit der Beheizung beschäftigt, hat noch nicht entschieden, wie der Ofen im Wohnraum wirken soll.

Bayern Business: Was können Interessierte selbst durchdenken, bevor sie sich mit einem Fachbetrieb über ein Projekt austauschen?

Markus Oberberger: Hilfreich ist eine möglichst klare Vorstellung davon, welcher Raum beheizt werden soll und welche Rolle der Ofen dort übernehmen soll. Ebenso können Vorstellungen zur Bauart und zur Gestaltung benannt werden. Das ersetzt keine fachliche Planung, gibt einem Gespräch aber eine Richtung. Man kann dann gezielter über Wärmebedarf, Platz und gewünschtes Erscheinungsbild sprechen. Erst wenn diese Punkte gemeinsam betrachtet werden, lässt sich eine passende Ofenlösung entwickeln.

Für das erste Gespräch ist es zudem sinnvoll, zwischen Wünschen und bereits feststehenden Bedingungen zu unterscheiden. Die gewünschte Position im Raum kann ein Ausgangspunkt sein; ob sie sich für die geplante Anlage eignet, ist eine fachliche Frage. Auch Vorstellungen zur Nutzung helfen bei der Einordnung: Soll der Ofen vor allem an einzelnen Abenden betrieben werden, oder wird eine andere Art der Wärmenutzung angestrebt? Je konkreter solche Erwartungen beschrieben werden, desto leichter lassen sich Bauarten und Gestaltungsideen besprechen, ohne die technische Planung vorwegzunehmen. Eine frühe Festlegung allein anhand eines Bildes oder einer Ofenbezeichnung kann dagegen wichtige Fragen offenlassen. Ebenso lohnt es sich, vorab zu überlegen, welchen Platz der Ofen im täglichen Leben einnehmen soll.

Handwerk und Technik zusammendenken

Bayern Business: Wo zeigt sich die Verbindung von Ofenbau und Heiztechnik?

Markus Oberberger: Im Ofen- und Kaminbau lassen sich die handwerkliche Ausführung und die technische Funktion nicht voneinander trennen. Ein Ofen hat eine sichtbare Form und nimmt Platz im Raum ein; zugleich soll er Wärme bereitstellen. Bei der Planung muss beides berücksichtigt werden. Die Technik ist also kein nachträglicher Zusatz zum Entwurf, und die Gestaltung ist keine bloße Verkleidung eines Heizgeräts.

Bayern Business: Warum ist es wichtig, die verschiedenen Ofenarten nicht einfach gleichzusetzen?

Markus Oberberger: Kachelofen, Heizkamin und Kaminofen beschreiben unterschiedliche Lösungen. Schon deshalb sollte am Anfang nicht allein die Frage stehen, welches Modell optisch gefällt. Entscheidend ist auch, wie der vorgesehene Ofen genutzt werden soll und welche Anforderungen sich aus dem Gebäude ergeben. Die Auswahl einer Bauart gehört in eine Planung, die den Wärmebedarf und den Raum einbezieht. So wird aus einer allgemeinen Vorstellung ein konkretes Vorhaben, über dessen Umsetzung man fachlich sprechen kann.

Bayern Business: Welche Bedeutung hat dabei die gestalterische Seite des Handwerks?

Markus Oberberger: Sie ist ein Teil der Aufgabe, weil ein Ofen im Wohnbereich dauerhaft sichtbar ist. Form und Material wirken im Raum, während die Anlage zugleich ihre Heizfunktion erfüllen muss. Diese Verbindung von Gestaltung und Handwerk gehört zu individuellen Ofenprojekten. Dabei können die Vorstellungen der Kundinnen und Kunden aufgenommen und mit den technischen Anforderungen zusammengeführt werden. Das verlangt andere Überlegungen als die bloße Entscheidung für ein fertiges Erscheinungsbild.

Regional arbeiten und Fachwissen sichtbar machen

Bayern Business: Dein Betrieb hat seinen Sitz in Obermotzing. Welche regionalen Bezugspunkte gehören zu seiner Tätigkeit?

Markus Oberberger: Ofenbau Oberberger ist in Obermotzing ansässig. Regensburg und Straubing gehören ebenfalls zu den Regionen, für die der Betrieb Ofen- und Kaminlösungen anbietet. Der Standort ist für Interessierte eine erste Orientierung bei der Suche nach einem Handwerksbetrieb. Für ein konkretes Vorhaben zählt anschließend, welche Anforderungen das Haus und der geplante Aufstellraum mitbringen. Diese Gegebenheiten sind die Grundlage für die fachliche Beschäftigung mit einer individuellen Lösung.

Bayern Business: Was zeigt die Ofenplanung über die Anforderungen eines spezialisierten Handwerks?

Markus Oberberger: Ein Ofenprojekt verlangt Verständnis für die Beheizung und für die handwerkliche Umsetzung. Gleichzeitig muss eine Anlage zu den räumlichen Bedingungen und den gestalterischen Vorstellungen passen. Die Aufgabe besteht darin, diese Anforderungen nicht nacheinander als getrennte Entscheidungen zu behandeln, sondern sie aufeinander abzustimmen. Darin liegt der Kern individueller Ofenplanung.

Bildquellen

  • Markus Oberberger im Gespräch: https://www.ofenbau-oberberger.de/uber-uns

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