Krones ist der weltweit führende Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen für die Getränkeindustrie. Das Unternehmen sitzt in Neutraubling bei Regensburg, beschäftigt über 21.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Konzernumsatz von 5,66 Milliarden Euro.
Kein Endverbraucher kennt den Namen. Trotzdem wurde fast jede Flasche im Supermarkt auf einer Krones-Anlage befüllt, etikettiert oder verpackt.
Was genau macht Krones?
Krones baut Maschinen und komplette Fabriken für Unternehmen, die Getränke und flüssige Lebensmittel herstellen. Das Spektrum reicht von der Einzelmaschine bis zur schlüsselfertigen Fabrik. Die Kunden sind Brauereien, Softdrinkhersteller, Molkereien, Mineralwasserabfüller und die chemisch-pharmazeutische Industrie.
| Bereich | Was Krones liefert | Leistung |
|---|---|---|
| Abfüllung | Rinser, Füller, Verschließer | Bis 100.000 Flaschen/Stunde |
| PET-Herstellung | Streckblasmaschinen (PET) | Bis 100.000 Flaschen/Stunde |
| Etikettierung | Etikettiermaschinen | Seit 1951 |
| Verpackung | Einpacken, Palettieren | Komplette Linien |
| Prozess | Sudhäuser, Filtration | Komplette Brauereien |
| Recycling | PET-Recycling (Metapure) | Closed-Loop PET |
Warum kennt niemand Krones?
Krones ist ein reines B2B-Unternehmen. Die Kunden sind Coca-Cola, Nestlé, AB InBev, Heineken und tausende weitere Getränkehersteller weltweit. Endverbraucher kommen mit dem Namen nie in Berührung.
Das macht Krones zu einem klassischen Hidden Champion: MDAX-notiert, Milliardenumsatz, Weltmarktführer, und außerhalb der Branche praktisch unbekannt.
In Neutraubling dagegen kennt jeder den Namen. Allein dort arbeiten rund 7.000 Menschen für Krones. Das Unternehmen ist der mit Abstand größte Arbeitgeber der Region und prägt die Wirtschaftsstruktur rund um Regensburg seit über 70 Jahren.
Wie wurde ein Etikettiermaschinen-Hersteller zum Milliarden-Konzern?
Hermann Kronseder begann 1951 in Neutraubling mit dem Bau halbautomatischer Etikettiermaschinen. In den 1960er Jahren kamen Packmaschinen und Füllsysteme dazu. 1981 wurde Krones zur AG, 1984 folgte der Börsengang.
Der entscheidende strategische Schritt war die vertikale Integration. Statt nur Einzelmaschinen zu verkaufen, begann Krones komplette Produktionslinien anzubieten. Durch gezielte Übernahmen wuchs das Portfolio: Steinecker für Brauereianlagen (1983), Zierk für Flaschenreinigung (1988), Kettner für Verpackung (1998), Netstal für PET-Spritzguss (2024, Kaufpreis ca. 170 Mio. Euro). Heute liefert Krones eine komplette Getränkefabrik aus einer Hand.
Was bedeutet „100.000 Flaschen pro Stunde“ konkret?
28 Flaschen pro Sekunde. Bei Dosen sogar 130.000 Stück pro Stunde.
Diese Geschwindigkeiten sind nur mit Rundlaufmaschinen erreichbar, bei denen die Behälter im Kreis geführt werden statt linear durch die Anlage zu laufen. Eine kleine Brauerei füllt vielleicht 5.000 Flaschen pro Stunde. Ein internationaler Softdrinkhersteller braucht das Zwanzigfache. Genau in diesem Hochleistungssegment liegt die Stärke von Krones, und hier gibt es weltweit nur eine Handvoll Unternehmen, die mithalten können.
Wie relevant ist Krones für den Standort Bayern?
Über 11.000 Mitarbeiter in Deutschland, verteilt auf vier Werke: Neutraubling, Nittenau, Rosenheim und Flensburg. Die drei bayerischen Standorte machen den Großteil aus.
Krones investiert stark in Forschung und Entwicklung. Über 6.800 Patente und Gebrauchsmuster sind registriert. Seit 2016 betreibt Krones an der TechBase Regensburg ein Innovation Lab. 2023 kam ein zweites in Parma (Italien) dazu. 2026 gewann Krones den Microsoft Intelligent Manufacturing Award für KI-gestützte digitale Zwillinge in der Produktion.
Wer sind die Wettbewerber?
Sidel (Frankreich, Teil der Tetra Laval Gruppe), GEA Group (Deutschland) und KHS (Deutschland, Teil der Salzgitter-Gruppe). In angrenzenden Bereichen auch Bobst und Constantia Flexibles.
Der Vorteil von Krones: Eine komplette Fabrik aus einer Hand. Von der Wasseraufbereitung über Flaschenherstellung und Abfüllung bis zur Palettierung und Intralogistik kommt alles von einem Anbieter. Dieser Systemansatz reduziert Schnittstellenprobleme und macht Krones zum bevorzugten Partner für Großprojekte. Kein anderer Wettbewerber bietet diese Tiefe in vergleichbarer Breite.
Welche Rolle spielt Krones beim PET-Recycling?
Krones hat mit Metapure ein eigenes Verfahren entwickelt, das gebrauchte PET-Flaschen so aufbereitet, dass sie wieder für Lebensmittelverpackungen zugelassen sind. Aus einer alten Flasche wird eine neue.
Das wird für Getränkehersteller zunehmend entscheidend. Die EU fordert ab 2025 mindestens 25 Prozent Rezyklat in PET-Flaschen, ab 2030 sogar 30 Prozent. Wer diese Quoten erfüllen will, braucht zuverlässige Recycling-Anlagen. Krones kann sie zusammen mit der restlichen Produktionslinie aus einer Hand liefern.
Krones auf einen Blick
| Firmenname | Krones AG |
| Sitz | Neutraubling bei Regensburg, Bayern |
| Gegründet | 1951 |
| Börsennotierung | MDAX |
| Mitarbeiter | Über 21.000 weltweit, davon 11.000+ in Deutschland |
| Umsatz 2025 | 5,66 Mrd. Euro |
| Exportquote | ca. 90 % |
| Patente | Über 6.800 |
| Standorte Deutschland | Neutraubling, Nittenau, Rosenheim, Flensburg |
| Website | krones.com |
Bildquellen
- krones-startseite-screenshot: Screenshot: krones.com
