Künstliche Intelligenz verändert die Rechtswissenschaft und damit auch das Jurastudium. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat sich intensiv damit auseinandergesetzt, welche Konsequenzen der KI-Einsatz für Lehre, Prüfungsformate und die juristische Berufspraxis hat.
KI als Werkzeug und als Prüfungsherausforderung
Moderne Sprachmodelle können Gesetzestexte zusammenfassen, Urteile analysieren und erste Entwürfe für Schriftsätze erstellen. Für Jurastudentinnen und -studenten ist das eine ambivalente Entwicklung: Einerseits können sie mit KI effizienter lernen und komplexe Sachverhalte schneller durchdringen. Andererseits stellt sich die Frage, welche Kompetenzen im juristischen Beruf zukünftig noch von Menschen erbracht werden müssen. Die FAU diskutiert diese Frage aktiv und entwickelt Lehrkonzepte, die KI als Werkzeug einbeziehen, ohne die Kernkompetenz kritischen juristischen Denkens zu vernachlässigen.
Relevanz für bayerische Unternehmen und Kanzleien
Für Unternehmen in Bayern mit eigenen Rechtsabteilungen und für Kanzleien stellen sich ähnliche Fragen. KI-gestützte Tools für Vertragsanalyse, Compliance-Prüfungen oder Due-Diligence-Prozesse sind bereits verfügbar und werden zunehmend eingesetzt. Wer frühzeitig investiert und seine Mitarbeitenden schult, kann erhebliche Effizienzgewinne erzielen. Gleichzeitig bleibt das Haftungsrisiko bei juristischen Fehlern beim Menschen, was eine kritische Prüfung KI-generierter Einschätzungen unverzichtbar macht.
Das Thema KI beschäftigt bayerische Unternehmen branchenübergreifend. Der Artikel KI im Büroalltag: Einsatz, Chancen und Grenzen zeigt, wie sich der Einsatz in der Praxis gestaltet. Zudem belegt der Bericht KI-Einsatz in bayerischen Unternehmen, dass die Nutzung deutlich zunimmt. Im akademischen Bereich ist die Entwicklung an der FAU eingebettet in eine breitere Exzellenzstrategie, die zuletzt mit dem starken Abschneiden im QS-Fächerranking 2026 unter Beweis gestellt wurde.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, April 2026
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