Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde Metall und Elektro 2026 fünf Prozent mehr Lohn sowie Beschäftigungsgarantien. Die Arbeitgeber bieten bislang 1,3 Prozent ab 2028, was die Gewerkschaft als inakzeptabel zurückwies. Der Konflikt betrifft rund 800.000 Beschäftigte in Bayern.
- IG Metall Bayern fordert fünf Prozent mehr Lohn plus Gewinnbeteiligung.
- Bayme vbm als Arbeitgeberverband bietet 1,3 Prozent, aber erst ab 2028.
- M+E-Industrie Bayern: über 35.000 Stellen seit Anfang 2024 weggefallen.
- Tarifverträge wurden Ende Oktober 2026 von der IG Metall gekündigt.
- Verhandlungen laufen seit Oktober 2026, Ergebnis offen.
Was fordert die IG Metall in der Tarifrunde 2026?
Die IG Metall hat für die Tarifrunde Metall und Elektro 2026 drei Kernforderungen aufgestellt. Erstens: fünf Prozent mehr Lohn für alle Beschäftigten. Zweitens: eine Gewinnbeteiligung, die Arbeitnehmer am Unternehmenserfolg beteiligt. Drittens: verbindliche Jobsicherungszusagen, um Stellenabbau zu begrenzen.
Die Forderungen sind Ausdruck eines grundlegenden Konflikts: Die bayerische Metall- und Elektroindustrie befindet sich im Strukturwandel. Gleichzeitig belasten steigende Lebenshaltungskosten die Kaufkraft der Beschäftigten. Die IG Metall argumentiert, dass Reallohnverluste der Vergangenheit ausgeglichen werden müssen.
Was bieten die Arbeitgeber, und warum lehnt die IG Metall ab?
Bayme vbm, der Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie, legte in der Tarifrunde ein Angebot vor: 1,3 Prozent mehr Lohn, aber erst ab dem Jahr 2028. Das heißt: Für 2026 und 2027 wäre das Angebot nominell null. Die IG Metall bezeichnete das als Provokation und lehnte es klar ab.
Der Arbeitgeberverband begründet seine Position mit der wirtschaftlichen Lage. In der M+E-Branche sind seit Anfang 2024 mehr als 35.000 Stellen in Bayern weggefallen. Viele Unternehmen arbeiten mit Margen unter zwei Prozent. Investitionen werden ins Ausland verlagert. Bayme vbm warnt, dass hohe Lohnabschlüsse die Standortverlagerung beschleunigen würden.
Wie ist der Stand der Verhandlungen im Herbst 2026?
Die IG Metall hat die Entgelttarifverträge Ende Oktober 2026 gekündigt. Das ist der formale Startschuss für Verhandlungen. Nach der Kündigung gilt zunächst Friedenspflicht, das heißt, Warnstreiks sind erst nach Ablauf dieser Frist möglich. Die ersten Verhandlungsrunden begannen im Oktober 2026 in München und Nürnberg.
Der Ton ist bereits jetzt hart. Beide Seiten haben öffentlich klargemacht, dass sie keine schnelle Einigung erwarten. Gewerkschaftsseitig wird betont, dass die Beschäftigten nach Jahren schwieriger Konjunktur einen fairen Anteil am Aufschwung verdienen. Arbeitgeberseitig steht die Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund.
Welche Branchen in Bayern sind betroffen?
Die Tarifrunde betrifft alle Unternehmen in der Metall- und Elektroindustrie Bayerns. Dazu zählen Automobilhersteller und ihre Zulieferer, Maschinenbauer, Elektrotechnikunternehmen und Anlagenbauer. Bayerische Großunternehmen wie BMW, MAN, Siemens und zahlreiche Mittelständler sind direkt betroffen.
Für kleinere Zulieferbetriebe ist der Tarifabschluss besonders bedeutsam: Sie haben weniger Spielraum für Lohnerhöhungen, müssen aber den Flächentarif zahlen. Ein hoher Abschluss kann für sie existenzbedrohend werden, besonders wenn gleichzeitig Auftragsrückgänge drücken.
Was bedeutet das für Beschäftigte und Betriebe in Bayern?
Für die rund 800.000 Beschäftigten in der bayerischen M+E-Industrie ist das Ergebnis der Tarifrunde direkt relevant. Fünf Prozent mehr Lohn bei einem Durchschnittsverdienst von rund 4.200 Euro brutto entsprechen etwa 210 Euro monatlich mehr. Das würde die Kaufkraft spürbar stärken und hätte positive Effekte für den Konsum im Freistaat.
Für die Betriebe bedeutet jeder Prozentpunkt Lohnerhöhung im Schnitt eine deutliche Steigerung der Personalkosten. Ob und wie Unternehmen das durch Produktivitätssteigerungen oder Preiserhöhungen ausgleichen können, hängt stark von der Branche und der Auftragslage ab.
FAQ: IG Metall Tarifrunde Bayern 2026
Wie viel Prozent fordert die IG Metall in der Tarifrunde 2026?
Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn sowie eine Gewinnbeteiligung und Beschäftigungsgarantien. Das Angebot der Arbeitgeber liegt bei 1,3 Prozent, aber erst ab 2028.
Wie viele Beschäftigte sind in Bayern von der Tarifrunde betroffen?
Rund 800.000 Beschäftigte in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind direkt von der Tarifrunde 2026 betroffen.
Wann kann die IG Metall zum Streik aufrufen?
Nach Ablauf der Friedenspflicht, die nach der Kündigung der Tarifverträge gilt, kann die IG Metall Warnstreiks ausrufen. Die genauen Fristen hängen vom Verlauf der Verhandlungen ab. In früheren Tarifrunden begannen Warnstreiks etwa vier bis sechs Wochen nach Verhandlungsstart.
Quelle: IG Metall Bayern, Pressemitteilung zur Tarifrunde Metall und Elektro 2026; bayme vbm, Halbjahresbericht 2/2026.
Foto: Pexels
Bildquellen
- IGM_Frankfurt_IG_Metall: Wikimedia Commons
