Im Netzgebiet der N-ERGIE Netz GmbH soll in Ansbach ein netzdienlicher Großbatteriespeicher entstehen. Den Zuschlag für das Projekt erhielt nach Angaben der zugrunde liegenden Pressemitteilung das Unternehmen MaxSolar aus Traunstein. Geplant ist die Anlage in Winterschneidbach, in direkter Nähe zu einem modernisierten Umspannwerk der N-ERGIE. Der Speicher soll eine Leistung von 20 Megawatt sowie eine Kapazität von 100 Megawattstunden erreichen. Der Baustart ist für die zweite Jahreshälfte vorgesehen. Nach Angaben der Mitteilung setzte sich MaxSolar in dem Vergabeverfahren gegen mehr als 20 weitere Teilnehmer durch.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht nicht allein die Speicherung von Strom, sondern die netzdienliche Betriebsweise. Das bedeutet, dass Be- und Entladevorgänge an den Bedarf des Verteilnetzes angepasst werden sollen. Nach Darstellung der beteiligten Unternehmen soll der Speicher dadurch helfen, lokale Netzengpässe zu entlasten und die Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien zu verbessern. Gerade in Regionen mit hoher Photovoltaik-Einspeisung können solche Systeme dazu beitragen, Lastspitzen abzufedern. Die N-ERGIE beschreibt das Projekt deshalb als Pilotvorhaben für den weiteren Aufbau einer Speicherinfrastruktur im eigenen Netzgebiet.
Für den Wirtschaftsstandort Bayern ist das Projekt vor allem als Infrastrukturthema relevant. Der geplante Speicher zählt laut Pressemitteilung zu den größten netzdienlich betriebenen Batteriespeichern im Freistaat. Zugleich verweist das Vorhaben auf ein Problem, das im Zuge der Energiewende an Bedeutung gewinnt: Verteilnetze müssen deutlich mehr dezentral erzeugten Strom aufnehmen und transportieren. Die N-ERGIE gibt an, dass in ihrem Netz bereits mehr als 120.000 Anlagen zur erneuerbaren Stromerzeugung angeschlossen sind und weitere Investitionen in den Netzausbau geplant sind.
Auch über den konkreten Fall hinaus wächst die Bedeutung von Großbatteriespeichern in Deutschland. Die Bundesnetzagentur verweist auf eine dynamische Marktentwicklung und darauf, dass sowohl Übertragungs- als auch Verteilnetzbetreiber zahlreiche Netzanschlussanfragen für Großbatteriespeicher erhalten. Zudem betont die Behörde, dass Speicher einen Beitrag zur Stabilisierung des Stromsystems leisten und Strom aus erneuerbaren Energien effizienter nutzbar machen können. Vor diesem Hintergrund lässt sich das Ansbacher Projekt als Beispiel für den Versuch einordnen, Speicher nicht nur marktorientiert, sondern gezielt netzunterstützend einzusetzen.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung unterhttps://www.presseportal.de/pm/170503/6237812
