Der Bayerische Bauernverband (BBV) hat die Erntebilanz 2026 vorgelegt. Die Anbauflächen für Winterweizen gingen zurück, Wintergerste legte dagegen zu. Die Erzeugerpreise für Weizen und Raps bewegen sich auf einem wirtschaftlich tragfähigen Niveau, bleiben aber unter den Spitzenwerten der Vorjahre.
- Winterweizen: rund 422.400 Hektar in Bayern (-4,3 % gegenüber 2025).
- Wintergerste: rund 208.000 Hektar (+9,4 % gegenüber 2025).
- A-Weizen-Erzeugerpreise: 175,00 bis 192,50 Euro pro Tonne.
- Raps-Erzeugerpreise: 477,10 bis 485,00 Euro pro Tonne.
- Deutschlandweit erwartet der DRV eine Weizenernte rund 2,2 % unter Vorjahr.
Wie groß waren die Anbauflächen in Bayern 2026?
Winterweizen bleibt die wichtigste Getreideart in Bayern. Die Anbaufläche lag 2026 bei rund 422.400 Hektar, das sind 4,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Landwirte reagierten damit auf niedrige Weizenpreise im Frühjahr und schichteten teilweise auf Raps und Gerste um.
Wintergerste legte deutlich zu: Rund 208.000 Hektar wurden angebaut, ein Plus von 9,4 Prozent gegenüber 2025. Gerste ist als Viehfutter und Braugerste gefragt und bietet geringere Produktionskosten als Weizen. Raps bleibt eine wichtige Energiepflanze und profitiert von stabilen Preisen im Biodieselmarkt.
Welche Erzeugerpreise erzielen bayerische Landwirte 2026?
Bei A-Weizen liegen die Erzeugerpreise in Bayern im Erntejahr 2026 zwischen 175,00 und 192,50 Euro pro Tonne. Das liegt unter den Hochpreisperioden 2022 und 2023, ist aber für eine wirtschaftlich tragfähige Produktion ausreichend, sofern die Betriebskosten im Griff bleiben.
Raps erzielt deutlich höhere Preise: 477,10 bis 485,00 Euro pro Tonne. Die anhaltend hohe Nachfrage nach Biodiesel und nachwachsenden Rohstoffen stützt den Rapsmarkt. Für viele bayerische Betriebe ist Raps daher die ertragreichste Fruchtfolgekultur.
Wie fiel die Ernte 2026 deutschlandweit aus?
Bundesweit erwartet der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) eine Weizenernte von knapp 23 Millionen Tonnen für 2026. Das wäre rund 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptursache sind trockene Perioden im Frühjahr, besonders in Mitteldeutschland und Bayern. In Bayern wurden die Schäden durch stärkere Niederschläge im Juni teilweise kompensiert.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland im Mittelfeld. Frankreich und Ukraine melden bessere Erntemengen. Das dämpft die Preiserwartungen für das Winterhalbjahr 2026/2027, da ausreichend Getreide auf dem Weltmarkt vorhanden ist.
Was bedeutet die Erntebilanz für Agrarbetriebe in Bayern?
Für bayerische Agrarbetriebe ist die Ernte 2026 wirtschaftlich durchwachsen. Die Preise sind stabil, aber nicht üppig. Betriebe mit hohem Weizenanteil spüren den Flächenrückgang direkt. Wer frühzeitig auf Raps oder Gerste umgestellt hat, steht besser da.
Der BBV empfiehlt, Preisabsicherungsinstrumente wie Terminkontrakte oder Teilverkäufe zu nutzen, um Preisrisiken zu minimieren. Außerdem rät der Verband, in bodenverbessernde Maßnahmen zu investieren, um die Erträge langfristig zu sichern.
FAQ: Erntebilanz Bayern 2026
Wie viel Winterweizen wurde 2026 in Bayern geerntet?
Die Anbaufläche für Winterweizen in Bayern lag 2026 bei rund 422.400 Hektar, rund 4,3 Prozent weniger als 2025. Die genauen Erntemengen veröffentlicht das Statistische Landesamt Bayern im Herbst 2026.
Was kostet eine Tonne Weizen in Bayern 2026?
A-Weizen wird 2026 in Bayern zu Erzeugerpreisen von 175,00 bis 192,50 Euro pro Tonne gehandelt. Der Preis variiert je nach Qualität, Region und Vertriebsweg.
Warum ist Raps 2026 so teuer?
Raps profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach Biodiesel und Pflanzenöl. Die Erzeugerpreise liegen 2026 zwischen 477 und 485 Euro pro Tonne. Das macht Raps zur attraktivsten Marktfrucht in vielen bayerischen Betrieben.
Quelle: Bayerischer Bauernverband (BBV), Erntepressefahrt 2026; Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Ernteschätzung 2026.
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