Industrieller Gasspeichertank – symbolisch für Bayerns Wasserstoffspeicher-Potenzial

Bayerns unterirdische Gasspeicher könnten zur Schlüsselinfrastruktur für die Wasserstoffwirtschaft werden

Eine aktuelle Studie der Technischen Universität München zeigt, dass südbayerische geologische Formationen ein erhebliches Potenzial für die Speicherung von Wasserstoff besitzen und damit eine bedeutende Rolle in der Energiewende des Freistaats spielen könnten.

Im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums untersuchte die TUM gemeinsam mit der Montanuniversität Leoben im Rahmen des Forschungsprojekts SpeicherCHeck, ob bestehende geologische Strukturen in Bayern für die unterirdische Lagerung von grünem Wasserstoff geeignet sind. Das Ergebnis fällt deutlich positiv aus: Das geschätzte Speicherpotenzial in den betrachteten Lagerstätten liegt zwischen 12,6 und 25,2 Terawattstunden, ein Wert, der im Vergleich zu den norddeutschen Salzkavernen durchaus mithalten kann. Der Nationale Wasserstoffrat beziffert deren Kapazität auf rund 33 Terawattstunden.

Besonders im Fokus stehen die bestehenden Erdgas-Porenspeicher im Alpenvorland, etwa in Bierwang und Inzenham. Diese unterirdischen Strukturen in natürlichen, porösen Gesteinsschichten wurden bislang zur Zwischenlagerung von Erdgas genutzt. Der entscheidende Vorteil dabei: Die Infrastruktur an den südbayerischen Standorten ist weitgehend vorhanden. Eine vollständig neue Infrastruktur wäre also nicht erforderlich, was einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor darstellt.

Für Unternehmen in Bayern, die auf eine stabile und bezahlbare Energieversorgung angewiesen sind, sind solche Erkenntnisse von strategischer Bedeutung. Die Fähigkeit, erneuerbar erzeugten Strom in Form von Wasserstoff saisonal zu speichern, ist eine der zentralen Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende, sowohl auf gesamtwirtschaftlicher als auch auf betrieblicher Ebene.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte in seiner Reaktion auf die Studienergebnisse die Notwendigkeit, bestehende Erdgasspeicher langfristig zu erhalten und schrittweise für die Wasserstoffnutzung umzurüsten. Das Forschungsprojekt SpeicherCHeck läuft noch bis 2027, weitere Ergebnisse werden im Verlauf des Projekts erwartet.


Quelle: Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung der Technischen Universität München unter https://www.tum.de/die-tum/aktuelles/pressemitteilungen/details/grosses-wasserstoffspeicherpotenzial-in-bayern

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