Die bayerische Wirtschaftsleistung hat sich im Jahr 2025 nach vorläufigen Ergebnissen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder wieder leicht erholt. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs nominal um 3,5 Prozent auf 824,2 Milliarden Euro. Preisbereinigt fällt das Plus mit 0,5 Prozent deutlich bescheidener aus. Damit übertrifft Bayern das bundesweite reale Wachstum von 0,2 Prozent zwar, der Abstand zum Vorkrisenniveau ist aber noch spürbar.
Die Erholung trägt eine klare Handschrift: Der Dienstleistungssektor wächst real um 0,9 Prozent und ist damit der entscheidende Wachstumstreiber. Das Verarbeitende Gewerbe hingegen schrumpft weiterhin um 0,4 Prozent. Bayerns Industrie, die mit starken Branchen wie Automobil, Maschinenbau und Chemie traditionell das Rückgrat der Wirtschaft bildet, kämpft damit weiter gegen strukturelle Gegenwinde. Hohe Energiekosten, schwache Auslandsnachfrage und Transformationsdruck durch Elektromobilität und Digitalisierung belasten die Betriebe.
Im langfristigen Vergleich zeigt sich, dass die bayerische Wirtschaft seit 2019 real nur um 1,6 Prozent gewachsen ist. Das ist für einen Zeitraum von sieben Jahren wenig, zumal Bayern lange als Musterland für Wirtschaftswachstum galt. Die aktuelle Entwicklung spiegelt damit eine strukturelle Schwächephase wider, die weit über die Pandemie hinausreicht. Für Unternehmer und Investoren ist das ein wichtiges Signal bei der mittelfristigen Planung. Aktuelle Einordnungen zur Konjunktur liefern auch der Artikel zur Konjunktur in Mittelfranken sowie der Bericht zur bayerischen Wirtschaft im IHK-Tiefflug.
Die Zahlen stammen aus vorläufigen Berechnungen und werden im Laufe des Jahres noch revidiert. Dennoch geben sie eine klare Tendenz vor: Der Freistaat bleibt auf moderatem Erholungskurs, der aber fragil ist und von geopolitischen Entwicklungen, Energiepreisen und der globalen Konjunktur abhängt.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik, Pressemitteilung vom März 2026, unter https://www.statistik.bayern.de/presse/mitteilungen/2026/pm082/index.html
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