Die außenwirtschaftliche Entwicklung Bayerns hat im Jahr 2025 eine moderate Aufwärtsbewegung gezeigt, bleibt jedoch von strukturellen Spannungen geprägt. Nach vorläufigen Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik stiegen sowohl Exporte als auch Importe im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,9 Prozent: Die Ausfuhren lagen bei etwa 227 Mrd. Euro, die Einfuhren bei rund 229 Mrd. Euro. Diese Entwicklung signalisiert eine relative Stabilität trotz schwieriger globaler Rahmenbedingungen, etwa geopolitischer Spannungen und schwacher Nachfrage in einigen Exportregionen.
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kommentierte die Zahlen mit dem Hinweis, dass trotz der Herausforderungen ein Grund zur Zuversicht bestehe, zugleich aber weitere strukturelle Reformen auf Bundesebene notwendig seien, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts nachhaltig zu stärken. Laut Aiwanger müssten insbesondere Energiepreise gesenkt, Unternehmenssteuern angepasst und ein umfassender Bürokratieabbau vorangetrieben werden, damit bayerische Unternehmen im internationalen Wettbewerb besser bestehen können.
Ein Blick auf die Handelspartner verdeutlicht die internationale Ausrichtung der bayerischen Exportwirtschaft:
- Nach China und den USA ist Österreich der drittwichtigste Handelspartner – mit einem bilateralen Handelsvolumen von rund 36,5 Mrd. Euro.
- Während die Exporte in die USA und nach China gegenüber dem Vorjahr rückläufig waren, konnten Zuwächse im Handel mit EU-Mitgliedstaaten einen Teil der Einbußen ausgleichen.
Trotz dieser positiven Aspekte weist der Wirtschaftsstandort Bayern weiterhin strukturelle Herausforderungen auf. So verbleibt das Außenhandelsdefizit, bei dem die Importe die Exporte um rund 2,3 Mrd. Euro übersteigen, trotz der leichten Zunahme auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Einordnung für Unternehmen in Bayern
Für exportorientierte Betriebe und mittelständische Unternehmen bleibt der internationale Markt wichtig, auch wenn die globale Nachfrage schwankt. Die leichte Erholung im Außenhandel zeigt, dass Produkte „Made in Bavaria“ weiterhin gefragt sind, gleichzeitig wird klar, dass Rahmenbedingungen – insbesondere auf nationaler Ebene – einen spürbaren Einfluss auf Investitions- und Exportentscheidungen haben. Politische Impulse, etwa zur Verbesserung der Energie- und Steuerlage oder zur Reduktion administrativer Hürden, gelten unter Unternehmensvertretern als zentral, um Wachstum in den kommenden Jahren abzusichern.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung unter
https://www.stmwi.bayern.de/presse/pressemeldungen/69-2026/
