Bayern setzt auf 6G-Forschung und Technologietransfer

Der Freistaat Bayern und der Bund haben vereinbart, die Forschung am kommenden Mobilfunkstandard der sechsten Generation (6G) gemeinsam deutlich zu stärken und den Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft zu beschleunigen. Ziel der Initiative ist es, die technologischen Grundlagen für die Netzwerke von morgen in Bayern und Deutschland weiterzuentwickeln und die regionale Wirtschaft frühzeitig an den sich abzeichnenden Zukunftstechnologien zu beteiligen.

Im Zentrum der Förderung stehen vier bundesweite 6G-Transfer-Hubs, die Anfang 2026 ihre Arbeit aufnehmen sollen. Drei davon werden maßgeblich von bayerischen Forschungseinrichtungen geprägt: der Technischen Universität München (TUM), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen, dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen-Nürnberg sowie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Diese Hubs sollen über vier Jahre hinweg neue 6G-Technologien erforschen, Prüf- und Demonstrationsinfrastrukturen bereitstellen und den Wissenstransfer in die Industrie unterstützen.

Parallel zu den Bundesmaßnahmen fördert das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie zusätzliche 6G-Projekte an den beteiligten Instituten. Dabei stehen Anwendungen im Fokus, die für die regionale Wirtschaft von hoher Relevanz sind, etwa vernetzte Robotik in Produktion und Medizin, Sensorik und nicht-terrestrische Netze – etwa via Satellit oder Drohne – mit besonderer Bedeutung für Branchen wie den Automobil- und Maschinenbau.

Der angestrebte Mobilfunkstandard 6G soll etwa ab 2030 weltweit 5G ablösen, indem er noch höhere Datenraten, geringere Latenzen und eine stärkere Vernetzung ermöglicht. Eine besondere Rolle könnte dabei die Integration verschiedenster Anwendungsszenarien spielen, etwa für Industrie-4.0-Prozesse, autonome Systeme, Telemedizin oder vernetzte Logistik. Durch die frühzeitige Beteiligung bayerischer Akteure an der Forschungs- und Transferstruktur positioniert sich die Region als wichtiger Innovations- und Technologiestandort.

Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die über die Transfer-Hubs organisiert wird, soll nicht nur neue technische Lösungen hervorbringen, sondern auch Fachkräfte ausbilden, unternehmensnahe Innovationen vorantreiben und den Wirtschaftsstandort Bayern national wie international stärken. Ergänzend bestehen bereits Initiativen wie das 6G Zukunftslabor Bayern an der TUM oder das 6G Valley, ein Innovationscluster der FAU und des Fraunhofer IIS in der Metropolregion Erlangen-Nürnberg, die in dieses Netzwerk eingebunden sind.

Die Förderung der 6G-Forschung ist Teil einer breiteren deutschen und europäischen Strategie, digitale Infrastrukturen der nächsten Generation zu entwickeln und technologisch souverän zu bleiben. Bundesweit wurde eine 6G-Forschungsroadmap für 2025–2030 veröffentlicht, die diese Aktivitäten strukturiert und Ressourcen sowie Ziele bündelt. Diese Roadmap betont die Bedeutung sicherer, resilienter und nachhaltiger Kommunikationsnetze als Grundlage für industrielle Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle.

Im bayerischen Kontext trägt das Engagement dazu bei, die Forschungsexzellenz vor Ort mit den Anforderungen der Wirtschaft zu verknüpfen. Bayern zählt zu den wichtigsten Industriestandorten Europas und verfügt über eine dichte Forschungs- und Hochschullandschaft. Die 6G-Initiativen ergänzen bestehende Innovationsaktivitäten und stärken die Infrastruktur für Hightech-Entwicklungen, die nicht nur den Telekommunikationssektor, sondern auch vernetzte Industrien betreffen.

Quelle:
Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung unter
https://www.bayern.de/knftiger-mobilfunkstandard-6g-bayern-strkt-forschung-und-technologietransfer/?seite=2453

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