Mindestens jeder fünfte Betrieb in Bayern war Ziel eines Cyberangriffs

Für die Wirtschaft in Bayern gewinnen digitale Sicherheitsfragen weiter an Bedeutung: Eine aktuelle Umfrage, die der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) im Rahmen seiner Digitalisierungsstudie 2026 veröffentlicht hat, zeigt, dass ein signifikanter Anteil bayerischer Unternehmen bereits von mindestens einem gravierenden IT-Sicherheitsvorfall betroffen war.

Nach den Ergebnissen der Befragung berichteten rund 20 % der etwa 540 teilnehmenden Unternehmen, im vergangenen Jahr mindestens einmal Opfer eines Cyberangriffs geworden zu sein. Zugleich betont der BIHK, dass mutmaßlich viele weitere Fälle unentdeckt bleiben, weil Sicherheitsvorfälle intern nicht erkannt werden.

Die Analyse macht deutlich, dass vor allem kleine und mittlere Betriebe (KMU) noch große Lücken in ihrer digitalen Absicherung aufweisen. Während etwa vier von fünf größeren Unternehmen angeben, Risikoanalysen und Notfallvorbereitungen durchzuführen, trifft dies bei kleineren Firmen deutlich seltener zu. Ebenfalls schwach ausgeprägt sind regelmäßige Mitarbeiterschulungen zur IT-Sicherheit in mittleren und kleineren Betrieben.

Die Art der Angriffe variiert: In etwa je einem Drittel der Fälle richten sich die Vorfälle gegen Betrug, Spionage, Datenabgriff oder Erpressung durch Verschlüsselung von Daten und Netzwerken.

Vor diesem Hintergrund warnt der BIHK-Hauptgeschäftsführer davor, die aktuelle Bedrohungslage zu unterschätzen, und fordert Unternehmen dazu auf, ihre IT-Sicherheitsstrategien aktiv zu verbessern und sich systematisch auf mögliche Cyberkrisen vorzubereiten. Neben technischen Schutzmaßnahmen nennt er Notfallpläne, Versicherungen gegen Cyberrisiken und gezielte Mitarbeiterschulung als zentrale Bausteine eines wirksamen Schutzkonzepts.

Einordnung für Unternehmen in Bayern

Die Ergebnisse der bayerischen Umfrage spiegeln eine übergreifende Trendwende in der digitalen Bedrohungslage für Unternehmen wider. Studien aus Deutschland auf Bundesebene zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen bundesweit häufiger ins Visier von Hackerangriffen geraten und bei vielen Firmen die Umsetzung grundlegender Cyber-Schutzmaßnahmen noch lückenhaft ist. Jahr für Jahr steigt die Anzahl von Ransomware-, Phishing- und Datendiebstahl-Attacken, wobei Schadsoftware und Social-Engineering-Methoden zunehmend komplexer werden.

Zudem belegen Sicherheitsberichte, dass auch staatliche Stellen und kritische Infrastrukturen in Bayern verstärkt Ziel von Cybercrime-Vorfällen sind – etwa zeigt ein Lagebericht der Behörden für das Jahr 2024 mehr als 48 000 polizeilich gemeldete Fälle von Cyberkriminalität im Freistaat.

Insgesamt verdeutlichen diese Entwicklungen, wie stark die digitale Vernetzung und die damit wachsende Angriffsfläche zu einer zentralen Herausforderung für die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz des Wirtschaftsstandorts Bayern geworden sind. Unternehmen, insbesondere KMU, sind gefordert, geeignete Präventions- und Reaktionsmaßnahmen systematisch zu integrieren, um sich gegen die zunehmenden Gefahren aus dem Cyberraum zu wappnen.

Quelle: Zusammenfassung nach Angaben aus der Pressemitteilung unter
https://www.bihk.de/presse/detail/mindestens-jeder-fuenfte-betrieb-in-bayern-opfer-von-cyberangriff (BIHK)

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