Bayerische Genossenschaften wachsen im sechsten Jahr in Folge. Das zeigt die aktuelle Bilanz des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). 2025 wurden 28 neue Genossenschaften gegründet, die zusammen Investitionen von rund 58 Millionen Euro planen.
- 28 neue Genossenschaften wurden 2025 in Bayern gegründet, nach 33 im Jahr 2024.
- Fast 3 Millionen Menschen sind Mitglied einer bayerischen Genossenschaft.
- Geplante Investitionen der 2025er Neugründungen: rund 58 Millionen Euro.
- Rund zwei Drittel der Neugründungen sind Energiegenossenschaften.
- Wachstum auch in Pflege, Wohnen und Gesundheit.
Wie viele Genossenschaften gibt es in Bayern?
In Bayern sind derzeit rund 1.400 Genossenschaften aktiv, die zusammen fast 3 Millionen Mitglieder zählen. Damit ist Bayern das Bundesland mit der höchsten Genossenschaftsdichte in Deutschland. Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) betreut über 1.200 dieser Unternehmen direkt.
Das Wachstum hält seit sechs Jahren an. 2020 war ein Wendepunkt: Seitdem steigen Neugründungen und Mitgliederzahlen kontinuierlich. Der GVB erklärt das mit dem gestiegenen Bedürfnis nach gemeinschaftlichem Wirtschaften, besonders in der Energiewende und bei der Daseinsvorsorge in ländlichen Regionen.
Warum dominieren Energiegenossenschaften die Neugründungen?
Rund zwei Drittel der 28 im Jahr 2025 neu gegründeten bayerischen Genossenschaften sind Energiegenossenschaften. Sie errichten Photovoltaikanlagen, Windparks oder Nahwärmenetze und betreiben diese gemeinschaftlich. Das Modell hat mehrere Vorteile: Bürger profitieren direkt von günstigem Strom, die Wertschöpfung bleibt in der Region und Projekte erhalten lokale Akzeptanz.
Ein weiterer Treiber ist die staatliche Förderkulisse: Energiegenossenschaften können Förderprogramme von Bund und Freistaat Bayern kombinieren. Die LfA Förderbank Bayern und die KfW bieten spezielle Finanzierungsprodukte für genossenschaftliche Energieprojekte an.
In welchen Branchen wachsen Genossenschaften besonders stark?
Neben Energie zeigen sich drei weitere Wachstumsfelder: Pflege und Gesundheit, Wohnen sowie Lebensmittel und Nahversorgung. In der Pflege schließen sich Angehörige und Pflegebedürftige zusammen, um ambulante Dienste gemeinschaftlich zu organisieren. Im Wohnbereich entstehen Baugenossenschaften als Antwort auf hohe Mietpreise, besonders im Großraum München.
Im ländlichen Raum übernehmen Genossenschaften zunehmend Funktionen der Grundversorgung: Dorfläden, Tankstellen und Breitbandinfrastruktur werden als Genossenschaften organisiert, wenn kommerzielle Anbieter sich zurückziehen.
Wie gründet man eine Genossenschaft in Bayern?
Für eine Genossenschaftsgründung sind mindestens drei Mitglieder erforderlich. Die Genossenschaft muss beim Genossenschaftsverband Bayern geprüft und eingetragen werden. Das Eigenkapital der Mitglieder wird über Genossenschaftsanteile aufgebracht, deren Mindesthöhe die Satzung festlegt.
Der GVB bietet umfassende Beratung für Gründungsinteressierte an, von der Machbarkeitsanalyse über die Satzungsgestaltung bis zur Eintragung ins Genossenschaftsregister. Die durchschnittliche Gründungszeit beträgt rund drei bis sechs Monate.
FAQ: Genossenschaften in Bayern
Was ist eine Genossenschaft?
Eine Genossenschaft ist ein Unternehmen, das seinen Mitgliedern gehört. Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Förderung der Mitglieder. Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von der Höhe seiner Einlage.
Wie viele Genossenschaften wurden 2025 in Bayern gegründet?
Im Jahr 2025 wurden 28 neue Genossenschaften in Bayern gegründet. Das ist etwas weniger als 2024 (33), aber das sechste Wachstumsjahr in Folge.
Welche Förderung gibt es für Energiegenossenschaften in Bayern?
Energiegenossenschaften können KfW-Kredite, LfA-Förderprogramme und bayerische Staatsförderung für erneuerbare Energien kombinieren. Der GVB berät zu den passenden Programmen.
Quelle: Genossenschaftsverband Bayern (GVB), Pressemitteilung und Jahresbericht 2025/2026.
Foto: Hans G. Oberlack, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Symbolbild, verkleinert.
