Der Bayerische Handwerkstag hat die Bundesregierung und den Freistaat aufgefordert, die Lohnzusatzkosten spürbar zu senken. BHT-Präsident Franz Xaver Peteranderl bezeichnete die Lohnzusatzkosten als wesentlichen Kostenfaktor in personalintensiven Branchen und mahnte rasches Handeln an. Was sind Lohnzusatzkosten, warum belasten sie das Handwerk besonders, und was können Betriebe selbst tun?
Was Lohnzusatzkosten sind und wie hoch sie liegen
Lohnzusatzkosten, auch Lohnnebenkosten genannt, sind alle Abgaben, die ein Arbeitgeber zusätzlich zum eigentlichen Bruttogehalt zahlen muss. Dazu zählen der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung (Rente, Krankenversicherung, Pflege, Arbeitslosenversicherung), Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Urlaubsgeld, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und weitere tarifliche Zusatzleistungen. In Deutschland machen diese Kosten je nach Branche zwischen 20 und 30 Prozent des Bruttolohns aus.
Für das Handwerk ist das besonders relevant, weil handwerkliche Betriebe personalintensiv sind. Ein Elektriker, ein Klempner oder ein Zimmermann lässt sich nicht durch Maschinen ersetzen. Der Mensch ist das Kernkapital, und alles, was Arbeit verteuert, trifft das Handwerk überproportional. Hinzu kommt, dass viele Handwerksbetriebe nicht die Skaleneffekte haben, mit denen Großunternehmen Kostensteigerungen abfedern können.
Was der BHT konkret fordert
Der Bayerische Handwerkstag fordert eine strukturelle Begrenzung der Sozialversicherungsbeiträge, Reformen bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und eine steuerliche Entlastung bei der Beschäftigung von Aushilfen und Minijobbern. Kurzfristig machbar wäre eine Absenkung der Krankenversicherungsbeiträge durch Effizienzgewinne im Gesundheitssystem, was die Politik allerdings seit Jahren vor sich herschiebt.
Was Betriebe selbst tun können: Personalkosten durch kluge Arbeitszeitmodelle optimieren, Minijobregelungen sorgfältig prüfen und Fördermöglichkeiten für Ausbildungsbetriebe nutzen. Den Ausbildungskontext bietet der Artikel Fachkräftebedarf im Handwerk wächst. Die Mindestlohndimension liefert der Artikel Mindestlohn Bayern 2026.
Quelle: Zusammenfassung nach Angaben des Bayerischen Handwerkstags, Pressemitteilung vom 22. September 2026 unter https://www.dasbayerischehandwerk.de und der Handwerkskammer München unter https://www.hwk-muenchen.de/newsroom
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