Manche Unternehmensgeschichten beginnen mit einem ausgefeilten Geschäftsplan. Die von Fußboden Killer begann deutlich bodenständiger: mit einer Werkzeugkiste, einer Spansäge und einem Fahrrad. Georg Killer senior fuhr damit in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Rupertiwinkel und bot seine Arbeit als Parkettleger an. 1947 gründete er gemeinsam mit seiner Frau Anna schließlich ein eigenes Parkettgeschäft im Freilassinger Stadtteil Salzburghofen. Aus diesem kleinen Handwerksbetrieb entwickelte sich über Jahrzehnte ein Unternehmen, dessen Leistungen heute weit über das Verlegen von Holzböden hinausreichen.
Der Betrieb firmiert inzwischen als Fußboden Killer e.K. und hat seinen Sitz in der Laufener Straße 64 in Freilassing. Inhaber ist Robert Kroiß, der das Familienunternehmen seit 2010 führt. Der Schwerpunkt liegt weiterhin dort, wo alles begann: beim professionellen Umgang mit Böden.
Vom Parkettgeschäft zum vielseitigen Handwerksbetrieb
Ein wichtiger Schritt in der Unternehmensentwicklung erfolgte 1971. Damals entstand an der Laufener Straße ein neues Wohn- und Geschäftshaus, in das Fußboden Killer einzog. Heute befindet sich dort auch der mehr als 300 Quadratmeter große Showroom des Unternehmens. Das ist für einen Bodenlegerbetrieb mehr als reine Verkaufsfläche: Materialien wirken in der Hand und auf größeren Musterflächen anders als auf einem Bildschirm. Holzstruktur, Farbton, Haptik oder die Kombination von Boden und Stoff lassen sich vor Ort wesentlich konkreter beurteilen.
Das Sortiment zeigt zugleich, wie breit das ursprüngliche Geschäft mit Parkett im Raum Traunstein inzwischen aufgestellt ist. Zum Angebot gehören beispielsweise Landhausdielen, Schloss- und Gutsböden, Massivparkett, Stab- und Mosaikparkett sowie Fertigparkett. Hinzu kommen weitere Bodenbeläge und Lösungen für Terrassen, Treppenstufen und Wandflächen.
Gerade beim Parkett wird deutlich, wie viele Entscheidungen hinter einem vermeintlich einfachen Boden stecken. Welche Holzart passt zum Raum? Welche Oberfläche eignet sich für die geplante Beanspruchung? Soll das Holz geölt, lackiert, gebürstet oder stärker strukturiert sein? Und was ist zu beachten, wenn eine Fußbodenheizung vorhanden ist? Fußboden Killer verbindet die Materialauswahl deshalb mit Beratung und handwerklicher Umsetzung.
Renovieren statt vorschnell ersetzen
Interessant ist auch der Stellenwert der Renovierung. Bestehende Parkettflächen können abgeschliffen, neu behandelt, geölt oder versiegelt werden. Das Unternehmen übernimmt außerdem Grundreinigungen und Neuversiegelungen verschiedener Bodenarten sowie Restaurierungsarbeiten an beanspruchten Böden.
Damit richtet sich das Angebot keineswegs ausschließlich an private Neubauprojekte. Nach eigenen Angaben arbeitet das Unternehmen ebenso an Altbauten, Großprojekten und gewerblich genutzten Flächen. Zum Leistungsspektrum gehören zudem Reinraumböden, wie sie beispielsweise in Bereichen mit besonderen Hygieneanforderungen eingesetzt werden.
Diese Bandbreite verändert auch die Rolle eines klassischen Bodenlegers. Bei umfangreicheren Projekten reicht es kaum, am Ende lediglich einen Belag auszuwählen und zu verlegen. Untergrund, Nutzung, Materialeigenschaften und Anschlussarbeiten müssen zusammenpassen. Auf seiner Unternehmensseite verweist Fußboden Killer deshalb auf Erfahrung bei der Koordination von Terminen und Gewerken sowie auf zusätzliche Qualifikationen für Sanierungsarbeiten.
Gestaltung endet bei Fußboden Killer nicht am Boden
Wer den Namen des Unternehmens wörtlich nimmt, würde einen wesentlichen Teil des heutigen Angebots übersehen. Zum Portfolio gehören beispielsweise Wandverkleidungen aus Parkett oder Vinyl. Auch Treppen lassen sich passend zu einem vorhandenen oder neu verlegten Boden gestalten. Angeboten werden Treppenstufen aus unterschiedlichen Bodenmaterialien sowie individuell ausgeführte Varianten mit LED-Beleuchtung.
Noch deutlicher wird der Schritt vom Bodenhandwerk zur Raumgestaltung im Bereich Raumausstattung. Fußboden Killer führt Gardinen, Vorhänge und Plissees, übernimmt Vermessungen vor Ort und bietet einen Nähservice sowie die Montage an. Auch das Polstern und Neubeziehen von Möbelstücken zählt laut Unternehmensseite zum Leistungsspektrum.
Dadurch können Materialien verschiedener Bereiche bereits während der Planung aufeinander abgestimmt werden. Ein Holzboden steht schließlich nie für sich allein. Seine Farbe verändert die Wirkung von Möbeln, Wandflächen und Textilien – und umgekehrt. Der Showroom wird damit zu einer Schnittstelle zwischen handwerklicher Planung und gestalterischer Entscheidung.
Eigene Ideen aus der Manufaktur
Einen ungewöhnlichen Teil des Unternehmens bildet die Eigenmarke „Killerdesign“. Unter diesem Namen entstehen in der hauseigenen Manufaktur individuelle Möbel und Wohnaccessoires. Verarbeitet werden unter anderem verschiedene Holzarten, Epoxidharz und Naturmaterialien. Auf der Website nennt der Betrieb beispielsweise Tische, Lampen und Uhren.
Zur Idee hinter der Marke gehört außerdem die Aufarbeitung älterer Möbel. Stücke werden restauriert, repariert oder gestalterisch verändert, anstatt sie unmittelbar auszusortieren. Damit greift Killerdesign einen Gedanken auf, der auch bei der Parkettsanierung eine Rolle spielt: Vorhandenes Material kann weiterhin einen Wert besitzen, wenn handwerklich sinnvoll damit gearbeitet wird.
Fachwissen aus Ausbildung und langjähriger Zusammenarbeit
Hinter dem breiten Leistungsangebot steht ein Team aus unterschiedlichen Fachbereichen. Robert Kroiß ist Parkettlegermeister und Bachelor Professional. Zum auf der Unternehmenswebsite vorgestellten Team gehören außerdem unter anderem ein weiterer Parkettlegermeister, Projektleitung, Fachberatung für Boden und Raumausstattung sowie Mitarbeiter in Verwaltung und Marketing.
Bemerkenswert ist der Stellenwert der eigenen Ausbildung. Das Unternehmen gibt an, dass ein großer Teil der langjährigen Mitarbeiter bereits dort ausgebildet wurde. In der Unternehmensgeschichte ist von einem Mitarbeiterstamm von mehr als 20 Personen die Rede. Fort- und Weiterbildung spielen nach eigener Darstellung ebenfalls eine zentrale Rolle.
Gerade in einem Handwerksbetrieb ist diese Kontinuität relevant. Erfahrung steckt hier häufig in Details, die sich nur begrenzt standardisieren lassen: im Einschätzen eines Untergrunds, im Umgang mit älteren Materialien oder in der Frage, welche Konstruktion bei einer konkreten Raumsituation dauerhaft funktioniert.
Regional verwurzelt und über Jahrzehnte gewachsen
Die Geschichte von Fußboden Killer lässt sich damit auch als Beispiel dafür lesen, wie sich ein traditioneller Handwerksbetrieb verändern kann, ohne sein ursprüngliches Fachgebiet aufzugeben. Parkett und Bodenverlegung bilden weiterhin den Kern. Rundherum sind jedoch Leistungen entstanden, die von Sanierung und Terrassen über Treppen und Wandverkleidungen bis zur Raumausstattung und eigenen Manufaktur reichen.
Geblieben ist bei all diesen Entwicklungen der Standort Freilassing. Mehr als sieben Jahrzehnte nach der Gründung arbeitet das Unternehmen noch immer in der Stadt, in der Georg und Anna Killer 1947 ihr Parkettgeschäft eröffneten. Nur Werkzeugkiste und Spansäge auf dem Fahrrad reichen für das heutige Leistungsspektrum längst nicht mehr aus.
Bildquellen
- Killer-Team: https://www.fussboden-killer.de/unternehmen/team
