Lehrkraft im oeffentlichen Dienst vor einer Tafel

TVöD Tabelle 2026 und 2027 in Bayern

Die aktuelle TVöD-Entgelttabelle gilt seit dem 1. Mai 2026 und läuft bis zum 31. März 2027. Eine offizielle Tabelle für 2027 gibt es noch nicht, weil der Tarifvertrag erst zum Ende dieser Laufzeit gekündigt werden kann. Für Beschäftigte in Bayern kommt eine Besonderheit hinzu: Der TVöD gilt hier nur bei Kommunen und beim Bund, nicht beim Freistaat. Dieser Überblick zeigt die aktuellen Beträge, erklärt den Aufbau der Tabellen und ordnet ein, was 2027 zu erwarten ist.

Was ist der TVöD?

Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst regelt Vergütung, Arbeitszeit und weitere Arbeitsbedingungen für rund 2,6 Millionen Menschen bei Bund und Kommunen. Auf Arbeitgeberseite verhandeln der Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, kurz VKA, auf Arbeitnehmerseite ver.di und der dbb beamtenbund und tarifunion. Der TVöD löste 2005 den Bundesangestelltentarifvertrag ab und gliedert sich in einen allgemeinen Teil und mehrere Sparten, etwa für Verwaltung, Pflege in Krankenhäusern und den Sozial- und Erziehungsdienst.

Betroffen sind Beschäftigte in Rathäusern, Landratsämtern, Bauhöfen, Kitas, Stadtwerken und kommunalen Kliniken sowie in Bundesbehörden. Weitere Einrichtungen wie die Deutsche Rentenversicherung orientieren sich an denselben Tabellen. Ärzte an Krankenhäusern bilden eine Ausnahme, für sie gelten eigene Tarifverträge mit dem Marburger Bund.

TVöD in Bayern: Kommunen ja, Freistaat nein

Wer in Bayern bei einer Stadt, Gemeinde oder einem Landkreis angestellt ist, wird nach dem TVöD VKA bezahlt. Die bayerischen Kommunen gehören über den Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern zur VKA, eigene Tabellenwerte gibt es nicht. Beschäftigte des Freistaats fallen dagegen unter den TV L, also den Tarifvertrag der Länder. Das betrifft Verwaltung in Behörden, angestellte Lehrkräfte, Hochschulen und Unikliniken. Verhandelt wird mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, der alle Bundesländern außer Hessen angehören. Hessen nutzt mit dem TV H ein eigenes Tarifwerk. Prüfen Sie deshalb im Arbeitsvertrag, welcher Tarif genannt ist, bevor Sie eine Gehaltstabelle heranziehen. Details zur Länderrunde finden Sie in unserem Artikel zu den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst in Bayern.

Gibt es bereits eine TVöD-Entgelttabelle für 2027?

Nein. Für 2027 existiert noch keine offizielle Tabelle, und sie kann auch noch nicht existieren. Die Beträge entstehen erst durch eine Vereinbarung der Tarifparteien, und solange der laufende Vertrag gilt, sind keine weiteren Tariferhöhungen vorgesehen. Wer im Netz Zahlen für 2027 findet, sieht entweder die bis Ende März 2027 gültigen Werte oder eine Hochrechnung ohne Verbindlichkeit.

Laufzeit des aktuellen Tarifvertrags

Grundlage ist der Tarifabschluss vom 6. April 2025, der nach einer Schlichtung zustande kam. Er hat eine Laufzeit von 27 Monaten, beginnend rückwirkend zum 1. Januar 2025 und endend am 31. März 2027. Die Erhöhung erfolgte in zwei Schritten: zum 1. April 2025 um 3,0 Prozent, mindestens jedoch 110 Euro, und zum 1. Mai 2026 um weitere 2,8 Prozent. Über die gesamte Laufzeit ergibt das rund fünf Prozent. Der Mindestbetrag von 110 Euro brachte den unteren Entgeltgruppen überproportionale Steigerungen von bis zu 4,67 Prozent.

Wann finden die nächsten TVöD-Tarifverhandlungen statt?

Der Vertrag ist frühestens zum 31. März 2027 kündbar. Die Gewerkschaften beschließen ihre Forderungen erfahrungsgemäß im Winter davor, die Verhandlungen laufen dann in mehreren Runden ab Januar oder Februar 2027 in Potsdam. Auf drei Termine folgten zuletzt Warnstreiks und eine Schlichtung. Ein Ergebnis ist im Frühjahr 2027 realistisch, meist rückwirkend zum 1. April. Verbindliche Termine veröffentlichen ver.di, der dbb und die VKA kurz vorher.

Wie ist eine TVöD-Entgelttabelle aufgebaut?

Die Tabelle ist ein Raster. Die Zeilen stehen für die Entgeltgruppen von EG 1 bis EG 15, die Spalten für die Erfahrungsstufen 1 bis 6. Am Schnittpunkt steht das monatliche Bruttogrundgehalt bei Vollzeit, im TVöD in der Regel 39 Wochenstunden. Bei Teilzeit wird anteilig gerechnet. Nicht enthalten sind Zulagen und Zuschläge, etwa für Schicht- und Wechselschichtarbeit oder Nachtdienst. Diese Beträge kommen hinzu. Für Pflege und für den Sozial- und Erziehungsdienst gelten eigene Tabellen mit den Kennungen P und S.

Bedeutung von Entgeltgruppen und Stufen

Die Entgeltgruppe ergibt sich aus der Eingruppierung, also aus den Tätigkeitsmerkmalen der Stelle, nicht allein aus dem Abschluss. Ein Beispiel: EG 13 setzt regelmäßig ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium voraus, EG 9b passt zu einer Sachbearbeitung mit Verwaltungsfachwirt-Prüfung, EG 5 bis EG 8 decken viele Aufgaben mit dreijähriger Ausbildung ab. Die Stufe bildet die Berufserfahrung ab. Neueinstellungen starten meist in Stufe 1, einschlägige Vorerfahrung kann zu einer höheren Einstufung führen. Die Entwicklungsstufen folgen festen Laufzeiten:

  • Stufe 2 nach einem Jahr in Stufe 1
  • Stufe 3 nach zwei Jahren in Stufe 2
  • Stufe 4 nach drei Jahren, Stufe 5 nach vier Jahren, Stufe 6 nach fünf Jahren
  • Sonderfall EG 1: keine Stufe 1, Einstieg in Stufe 2, Laufzeit vier Jahre

TVöD Tabelle 2026 Bayern: Entgelttabelle der Kommunen

Diese Beträge gelten für kommunale Arbeitgeber in Bayern und bundesweit vom 1. Mai 2026 bis zum 31. März 2027. Angegeben ist das monatliche Grundgehalt in Euro brutto bei Vollzeit.

GruppeStufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 6
EG 155.827,866.208,966.634,057.214,397.811,378.204,11
EG 145.298,275.643,356.094,016.594,127.151,577.551,78
EG 134.901,115.279,325.709,876.177,316.727,387.025,87
EG 124.415,704.850,915.359,505.923,826.586,006.900,18
EG 114.269,644.669,925.046,035.454,106.012,566.326,77
EG 104.124,534.438,164.794,695.181,375.611,955.753,35
EG 9c4.010,724.290,504.594,764.922,615.275,055.527,70
EG 9b3.779,844.039,014.203,564.690,554.979,115.313,37
EG 9a3.658,613.877,944.097,674.586,774.697,434.979,97
EG 83.486,403.697,293.843,363.992,404.153,504.230,97
EG 73.294,983.537,943.682,693.828,763.969,054.045,24
EG 63.240,303.440,253.580,463.719,223.855,503.926,20
EG 53.124,083.318,043.449,053.587,783.716,703.783,33
EG 42.994,173.190,453.355,143.457,663.560,173.620,20
EG 32.953,133.164,203.215,573.332,993.421,103.501,81
EG 22.767,542.975,323.027,123.101,043.263,523.433,49
EG 1keine2.534,552.568,832.611,692.651,642.754,50

Beim Bund weichen nur die Gruppen EG 9a bis EG 9c, die Überleitungsgruppen und minimal EG 1 ab. Beispiel: Eine Sachbearbeiterin in EG 9b, Stufe 1 startet bei 3.779,84 Euro brutto, in Stufe 3 sind es 4.203,56 Euro. Das Nettogehalt hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer, Krankenkasse und der Zusatzversorgung ab. Ein Gehaltsrechner liefert Näherungswerte, viele davon ohne Anmeldung.

Prognose für die TVöD-Tariferhöhung 2027

Eine belastbare Zahl kann es vor Abschluss der Verhandlungen nicht geben. Ein Anhaltspunkt ist der TV L: Dort einigten sich die Tarifparteien am 14. Februar 2026 auf 5,8 Prozent in drei Schritten, davon 2,0 Prozent ab März 2027. Historisch liegen TVöD und TV L eng beieinander. Die folgenden Szenarien beruhen auf dieser Systematik und auf der angespannten Haushaltslage. Sie sind eine Einschätzung, keine Zusage.

SzenarioErhöhung ab 2027Annahme
Zurückhaltendrund 2 Prozentlange Laufzeit, Orientierung am TV L, Sparzwang
Wahrscheinlich2,5 bis 3 Prozentzweistufiger Abschluss, Ausgleich der Inflation
Offensivüber 3 ProzentSockelbetrag für untere Gruppen, hoher Streikdruck

Nach Meinung der Gewerkschaften ist der öffentliche Dienst im Wettbewerb um Fachkräfte auf spürbare Erhöhungen angewiesen, weil viele Mitarbeiter in Rente gehen und Stellenangebote unbesetzt bleiben. Die Arbeitgeber verweisen auf die Kassenlage. Wer ein Gehalt für 2027 kalkulieren muss, rechnet am besten mit den heutigen Beträgen plus einem niedrigen einstelligen Aufschlag.

Jahressonderzahlung, Zulagen und weitere Regelungen

Zum Grundgehalt kommen weitere Leistungen. Die Jahressonderzahlung wird mit dem Novembergehalt ausgezahlt und beträgt im kommunalen Bereich seit 2026 einheitlich 85 Prozent eines Monatsentgelts, beim Bund zwischen 75 und 95 Prozent. Teile davon lassen sich in bis zu drei freie Tage umwandeln, ausgenommen ist die Pflege. Ab 2027 kommt ein zusätzlicher Urlaubstag hinzu. Die Zulagen für ständige Schichtarbeit stiegen auf 100 Euro, für Wechselschicht auf 200 Euro. Die Arbeitszeit kann freiwillig und befristet auf bis zu 42 Stunden erhöht werden. Für Berufsgruppen mit Fachkräftemangel kann die VKA nach ihrer Fachkräfterichtlinie Beschäftigten Stufen vorweg gewähren, relevant für Quereinsteiger und Personen mit Weiterbildung.

Quellen

Einigungspapier zur Tarifrunde 2025 vom 6. April 2025 sowie die Darstellung des Bundesministeriums des Innern zur Tarifeinigung für Bund und Kommunen. Tarifeinigung TV L vom 14. Februar 2026, dokumentiert unter anderem beim Bayerischen Beamtenbund. Lesefassung des TVöD bei der VKA. Verbindliche Auskünfte erteilen die Personalabteilung des Arbeitgebers sowie die Gewerkschaften für ihre Mitglieder. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand September 2026.

Häufige Fragen

Gilt in Bayern eine eigene TVöD-Tabelle?

Nein. Die Tabellenwerte sind bundesweit einheitlich, regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern gibt es im TVöD nicht. Wer in Bayern in Jobs bei einer Kommune arbeitet, verdient dasselbe wie in Niedersachsen. Unterschiede entstehen nur durch örtliche Zulagen.

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt im öffentlichen Dienst?

Das hängt von der Eingruppierung ab. In EG 5, Stufe 1 sind es 3.124,08 Euro brutto, in EG 9b 3.779,84 Euro und in EG 13 mit Hochschulabschluss 4.901,11 Euro. Hinzu kommen die Jahressonderzahlung und mögliche Zulagen.

Steigen die TVöD-Gehälter 2027 automatisch?

Eine automatische Anpassung an die Preisentwicklung gibt es nicht, jede Erhöhung muss verhandelt werden. Unabhängig davon steigt Ihr Gehalt aber weiter, wenn Sie innerhalb Ihrer Entgeltgruppe die nächste Stufe erreichen. Dieser Aufstieg läuft ohne Tarifrunde.

Was ist der Unterschied zwischen TVöD und TV L?

Der TVöD gilt für Bund und Kommunen, der TV L für die Länder. Beide haben eigene Tabellen und Laufzeiten und werden getrennt verhandelt. Die Struktur ist vergleichbar, die Ergebnisse liegen meist dicht beieinander.

Foto: Pexels (kostenlos nutzbar unter der Pexels-Lizenz). Symbolbild: Lehrkraft vor einer Tafel. Foto-Detailseite: pexels.com. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Rechts- oder Tarifberatung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert